Skip to content
HalleSpektrum.de – Onlinemagazin aus Halle (Saale) Logo

Landeszentrale für politische Bildung startet Digitalprogramm: „DU BIST POLITIK“

Die Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt (LpB) setzt angesichts der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie auf ein neues Angebot und startet die Online-Reihe „DU BIST POLITIK digital“. Geplant sind regelmäßige Livestreams und Podcast-Formate zu ganz unterschiedlichen Themen aus Politik, Gesellschaft und Geschichte. Am 24. April um 13.30 Uhr geht es los mit dem Facebook-Livestream.
Den Auftakt der neuen Online-Veranstaltungsreihe bildet ein Gespräch mit Prof. Dr. Winfried Kluth vom Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, das sich insbesondere mit den Beschränkungen von Freiheits- und Bürgerrechten in der Corona Krise befasst. Die Maßnahmen, die seit Mitte März durch die Bundes- und Länderregierungen erlassen worden sind, schränkten vielfach die Grundrechte ein, so LpB-Direktor Maik Reichel. Die Auswirkungen auf demokratische Teilhabe, Versammlungsfreiheit, persönliche Begegnungen von Menschen außerhalb der Familie oder friedlichen Protest seien immens. Nimmt die Demokratie dadurch Schaden? Welche Gefahren bestehen, wenn die einschränkenden Maßnahmen weiter verlängert werden? Diesen Fragen will der Journalist Sven Kochale im Gespräch mit dem früheren Landesverfassungsrichter nachgehen. Gesendet wird das Gespräch aus dem Kunstmuseum Moritzburg in Halle.

In der Woche darauf wendet sich die Figurenspielerin Julia Raab in dem Stück “ im Frühling hat man keine Lust zu sterben!“ am 28. April, um 13.30 Uhr den Schicksalen von Frauen in der Todeszelle von 1943 bis 1945 zu. Die szenische Lesung verfolgt minutiös, wie aus kaltem Gesetzestext ein heißes Ringen um das Leben und die Vernunft wird, was Zellenhaft mit Frauen macht und welche Interessen Dritte an der Verwendung der Körper nach der Hinrichtung anmelden durften.

Um das EU-Krisenmanagement in der Finanzkrise geht es am 29. April, um 19 Uhr, bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem Journalisten Harald Schumann (Investigate Europe/Tagesspiegel) und Prof. Dr. Ulrich Brückner. Dabei wenden sich die Experten insbesondere den Fragen zu, wer damals gerettet und wer ruiniert wurde und was wir für die aktuelle Situation gelernt haben. Irland, Spanien, Italien, Portugal Griechenland: Viele Menschen in Deutschland sind überzeugt, dass ihr Geld im Zuge der Bankenkrise in diese Länder geflossen ist. Aber war das so? Was ist damals genau passiert? Aktuell stehen wir vor einem ähnlichen Problem und es bleibt die Frage, ob wir aus der Vergangenheit gelernt haben oder ob wir die Fehler wiederholen. Diesen Aspekten spürt die Veranstaltung des EUROPE DIRECT Informationszentrum Sachsen-Anhalt/Magdeburg nach.

Am 5. Mai um 17 Uhr steht das Ende des Zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren im Mittelpunkt eines Zeitzeugengespräches, das aus dem Moritzhof in Magdeburg übertragen wird. Peter Wetzel, früherer Referent der Landeszentrale, befragt dazu Josef Schwenke (Jahrgang 1931) über seine Flucht aus dem schlesischen Strehlen, heute Strelezin in Polen, und das Ende des Krieges sowie den Neubeginn nach 1945. Seine Lebensgeschichte findet sich auch in dem von der LpB herausgegebenen deutsch-ukrainischen Buch „Kinder des Krieges“.

Weitere Veranstaltungen in der Online-Reihe thematisieren ferner die Auseinandersetzung um die „Corona-Bonds“ (12. Mai, Diskussion mit dem ehemaligen CDU-Europaabgeordneten Elmar Brok und dem Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland, Dr. Jörg Wohjahn), die Nazi-Diktatur und das Vichy-Regime (26. Mai, Lesung und Gespräch mit Prof. Dr. Clemens Klünemann zu seinem Buch: „Sigmaringen. Eine andere deutsch-französische Geschichte“), das neue „Ostbewusstsein“ (16. Juni, Lesung und Gespräch mit der Autorin Valerie Schönian) oder das Phänomen „Rechte Egoshooter. Von der virtuellen Hetze zum Livestream-Attentat“  (23. Juni, Lesung mit Andreas Speit). Darüber hinaus ist am 2. Juni ein Gespräch mit dem Magdeburger Politikwissenschaftler Roger Stöcker zu den aktuellen Herausforderungen der Corona-Krise für Sachsen-Anhalt vorgesehen. Stöcker ist zusammen mit dem Direktor der Landeszentrale auch Herausgeber der aktuellen politischen Landeskunde.

Alle Veranstaltungen werden live gestreamt und sind unter folgender Adresse erreichbar: https://www.facebook.com/lpb.lsa/live/. Im Anschluss sollen die Aufzeichnungen im YouTube-Kanal der Landeszentrale verfügbar gemacht werden.

Schreibe einen Kommentar