In Sachsen-Anhalt wird die im vergangenen Jahr gestartete Ausbildungskampagne zur Gewinnung junger Zugewanderter fortgesetzt. Ziel der Initiative ist es, zusätzliche Fachkräftepotenziale zu erschließen und mehr junge Menschen mit Migrationsgeschichte für eine duale Ausbildung zu gewinnen. Hintergrund sind weiterhin hohe unbesetzte Stellen auf dem Ausbildungsmarkt: Aktuell sind landesweit rund 5.650 Ausbildungsplätze vakant.
Nach Angaben des Arbeitsministeriums gilt die duale Ausbildung als zentraler Bestandteil zur Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Arbeitsministerin Petra Grimm-Benne betonte, dass junge Zugewanderte einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten können. Sie verwies zudem auf die vergleichsweise hohe Übernahmequote nach der Ausbildung, die in Sachsen-Anhalt bei 83 Prozent liegt.
Die Kampagne umfasst in diesem Jahr insgesamt 17 Veranstaltungen, darunter elf Online-Formate sowie sechs Präsenztermine. Die Auftaktveranstaltung findet am 20. April 2026 in Halle (Saale) statt und wird von Staatssekretärin Susi Möbbeck eröffnet. Teilnehmende erhalten dort Informationen zum deutschen Ausbildungssystem sowie individuelle Beratungsangebote in mehreren Sprachen.
Umgesetzt wird die Kampagne in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern, darunter die KAUSA-Beratungsstelle, das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalt, die Bundesagentur für Arbeit sowie weitere Institutionen der Arbeitsmarktintegration. Ziel ist es, bestehende Zugangsbarrieren abzubauen und den Übergang in Ausbildung und Beschäftigung zu erleichtern.
Bereits im vergangenen Jahr wurden im Rahmen der Kampagne landesweit 30 Veranstaltungen durchgeführt, an denen mehr als 600 Personen teilnahmen. Etwa zwei Drittel davon waren Jugendliche, ein Drittel Eltern oder weitere Interessierte. Die Beratungsangebote umfassten unter anderem die Suche nach Ausbildungsplätzen, Fragen zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Sprachförderung sowie rechtliche Rahmenbedingungen.
Aktuelle Zahlen zeigen eine stabile Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Die Gesamtzahl der Auszubildenden ist seit 2021 von rund 33.000 auf knapp 36.000 gestiegen. Besonders deutlich ist der Anstieg bei ausländischen Auszubildenden, deren Zahl sich im gleichen Zeitraum nahezu verdoppelt hat. Ihr Anteil an allen Auszubildenden liegt inzwischen bei 10,8 Prozent.