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KV Sachsen-Anhalt kritisiert Notfallreform des Bundes als unausgereift

Magdeburg – Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt übt deutliche Kritik am Beschluss des Bundeskabinetts zur geplanten Notfallreform. Aus Sicht der Organisation ist das Vorhaben in zentralen Punkten unzureichend, unausgereift und gehe an der Versorgungsrealität vorbei.

Insbesondere die geplante Einführung eines rund um die Uhr verfügbaren aufsuchenden Dienstes bewertet die KVSA als praktisch nicht umsetzbar. Es fehle sowohl an ärztlichem als auch an nichtärztlichem Personal, um einen flächendeckenden 24/7-Hausbesuchsdienst sicherzustellen. Bereits jetzt seien viele Praxen durch Personalmangel belastet. Zusätzliche Strukturen würden die Situation weiter verschärfen und könnten dazu führen, dass sich die Öffnungszeiten in der regulären Versorgung reduzieren.

Kritik richtet sich auch gegen die geplanten integrierten Notfallzentren an Kliniken, die zusätzlich zum bestehenden Bereitschaftsdienst aufgebaut werden sollen. Nach Einschätzung der KVSA entstehen dadurch Doppelstrukturen, die Personal und finanzielle Ressourcen binden, ohne die Versorgung zu verbessern. Auch die vorgesehene zusätzliche telemedizinische Versorgung wird als nicht erforderlich angesehen, da bereits entsprechende Angebote existierten.

Der Vorstandsvorsitzende der KVSA, Jörg Böhme, warnt vor negativen Folgen für die Patientenversorgung, insbesondere in ländlichen Regionen. Die Reform führe zu Konkurrenz um knappe Ressourcen und könne die Versorgung in der Fläche verschlechtern.

Zudem bemängelt die KVSA, dass ihre wiederholt vorgetragenen Änderungsvorschläge im Gesetzgebungsverfahren nicht berücksichtigt worden seien. Die Organisation hofft nun auf Anpassungen im weiteren parlamentarischen Prozess.

Die KV Sachsen-Anhalt vertritt rund 4.300 Vertragsärztinnen und -ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten und ist für die Sicherstellung der ambulanten Versorgung im Land zuständig.

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