Magdeburg – Angesichts geplanter Kürzungen bei der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen wächst die Kritik aus der Politik. Die Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt, Susan Sziborra-Seidlitz, fordert ein Eingreifen von Bund und Ländern, um die Versorgung zu sichern.
Hintergrund ist eine Entscheidung des Erweiterter Bewertungsausschuss, die Vergütung für ambulante psychotherapeutische Leistungen ab April um 4,5 Prozent zu senken. Nach Ansicht der Grünen komme dieser Schritt zur Unzeit, da der Bedarf an psychotherapeutischer Unterstützung seit Jahren steige.
Sziborra-Seidlitz warnte, dass bereits bestehende Engpässe – insbesondere im ländlichen Raum – durch die Kürzungen weiter verschärft werden könnten. Schon heute sei es schwierig, freiwerdende Praxen neu zu besetzen. Sinkende Einnahmen könnten die Niederlassung zusätzlich unattraktiver machen.
Zugleich richtete sie Kritik an die Bundesregierung. Diese dürfe sich nicht hinter bestehenden Strukturen der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen zurückziehen. Wenn Entscheidungen die Versorgung gefährdeten, seien politische Korrekturen notwendig.
Auch die Landesregierung sieht sie in der Pflicht. Von Sozialministerin Petra Grimm-Benne erwartet die Grünen-Politikerin, dass sie sich auf Bundesebene für eine Rücknahme der geplanten Kürzungen einsetzt.
Nach Einschätzung der Grünen arbeiten viele Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten bereits unter wirtschaftlichem Druck. Gleichzeitig nehme die Nachfrage nach Behandlungsplätzen weiter zu. Ohne Gegenmaßnahmen drohten längere Wartezeiten und eine Verschlechterung der Versorgung für Patientinnen und Patienten.
Die Forderung der Partei: eine bessere finanzielle Ausstattung, mehr Therapieplätze und eine Bedarfsplanung, die sich stärker an der tatsächlichen Versorgungslage orientiert.