Die angekündigten Pläne des Bildungsministeriums Sachsen-Anhalt, im kommenden Schuljahr Lehrerwochenstunden zu kürzen, Förderangebote einzuschränken und die Klassengrößen auf bis zu 28 Schülerinnen und Schüler anzuheben, stoßen landesweit auf heftige Kritik. Besonders deutlich äußert sich die bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Susan Sziborra-Seidlitz. Sie fordert Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) auf, die Kürzungsmaßnahmen umgehend zurückzunehmen.
„Die Entscheidungen der Ministerin sind untragbar“, erklärte Sziborra-Seidlitz nach Gesprächen mit Schulleitungen, Elternvertretungen und Gewerkschaften. Die geplanten Maßnahmen verschärften die bereits angespannte Lage an den Schulen zusätzlich. „Die Schulen werden ins kalte Wasser geworfen und haben keine Möglichkeit, das kommende Schuljahr sinnvoll zu planen.“
Insbesondere die vorgesehene Vergrößerung der Klassen wird als gravierender Einschnitt in die pädagogische Arbeit gewertet. „Räumliche Enge, fehlende Ressourcen für differenzierte Förderung, fehlende Zeit für Vor- und Nachbereitung – all das geht zu Lasten der Zukunft unserer Kinder“, so Sziborra-Seidlitz. Unter solchen Bedingungen sei ein zeitgemäßer und chancengerechter Unterricht schlicht nicht mehr möglich.
In ihrer Stellungnahme wirft sie der CDU-geführten Landesregierung vor, mit ihrer Politik das Gegenteil von Bildungsgerechtigkeit zu betreiben: „Was die Bildungsministerin betreibt, ist Entbildungspolitik.“
Ob die Landesregierung an den Plänen festhält, ist derzeit noch unklar. Inzwischen mehren sich die Stimmen, auch aus der Elternschaft und von Lehrerverbänden, die eine Rücknahme der Kürzungen fordern.