Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen rechnet für den Bau des bundesweiten Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation in Halle (Saale) mit deutlich höheren Ausgaben als zunächst veranschlagt. Die fortgeschriebenen Gesamtkosten belaufen sich nun auf 277 Millionen Euro – rund ein Drittel mehr als ursprünglich angesetzt. Zuvor hatte die Mitteldeutsche Zeitung berichtet.
Das Zentrum soll die Wandlungserfahrungen der Menschen in mittel- und osteuropäischen Ländern seit 1989/1990 dokumentieren, wissenschaftlich aufbereiten und in Ausstellungen zugänglich machen. Am Riebeckplatz geplant, soll der Neubau etwa 14.000 Quadratmeter für Forschung, Präsentation und Austausch bieten. Die Fertigstellung ist für 2032 vorgesehen. Im Zuge der weiteren Planung wird nun geprüft, wo Einsparungen möglich sind.
Die neu berechneten Kosten berücksichtigen erstmals den Entwurf des Berliner Teams Richter Musikowski Architekten und ST raum a. Landschaftsarchitektur, das den internationalen Wettbewerb gewonnen hatte. Vorgesehen ist ein 58 Meter hoher Bau mit transparenter Glasfassade, mehreren Zugängen und einem großen Forum im Erdgeschoss. Treppenanlagen mit Blick in das Innere sollen zu Ausstellungs- und Arbeitsbereichen führen.
Zusätzlich flossen erwartete Preissteigerungen im Bauwesen sowie Risikokosten in die Kalkulation ein. Mehrkosten entstehen auch im Tiefbau sowie durch technische Anforderungen im Hochhausbereich. Der Haushaltsausschuss des Deutscher Bundestag bestätigte die Projektziele in seiner jüngsten Sitzung grundsätzlich.
Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser, erklärte, dass zeitnah mit den vertieften Planungsarbeiten begonnen werde. Das derzeit noch kleine Team des künftigen Zentrums soll in den kommenden Jahren wachsen. Das Vorhaben gilt als bedeutendes Projekt mit überregionaler Strahlkraft.