Halle (Saale) – Das Finanzvermögen der Kommunen in Sachsen-Anhalt ist im Jahr 2025 weiter gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes belief sich das Vermögen der kommunalen Kern- und Extrahaushalte auf 11,2 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Zuwachs von 0,6 Milliarden Euro beziehungsweise 5,9 Prozent.
Der überwiegende Teil des kommunalen Finanzvermögens entfiel mit 9,2 Milliarden Euro auf den nicht-öffentlichen Bereich. Weitere 1,9 Milliarden Euro entfielen auf Forderungen gegenüber dem öffentlichen Bereich. Rund 71,8 Prozent des Vermögens wurden in den Kernhaushalten gehalten, 28,2 Prozent in den Extrahaushalten.
Anteilsrechte bleiben wichtigste Vermögensposition
Den größten Anteil am kommunalen Finanzvermögen machten erneut Anteilsrechte aus. Sie summierten sich auf 7,9 Milliarden Euro und entsprachen damit 70,4 Prozent des gesamten Finanzvermögens.
An zweiter Stelle folgten Bargeld und Einlagen mit zusammen 1,6 Milliarden Euro beziehungsweise 14,7 Prozent. Davon entfielen 1,3 Milliarden Euro auf die Kernhaushalte und 0,4 Milliarden Euro auf die Extrahaushalte.
Während sich die Bargeldbestände gegenüber dem Vorjahr um 76,2 Prozent verringerten, nahmen die Einlagen um 13,4 Prozent zu. Langfristig zeigt sich dennoch ein deutlicher Aufwärtstrend: Innerhalb der vergangenen zehn Jahre stieg der Bestand an Bargeld und Einlagen von 0,6 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf heute 1,6 Milliarden Euro.
Finanzvermögen pro Einwohner steigt
Auch je Einwohner legte das kommunale Finanzvermögen zu. Das Finanzvermögen der kommunalen Kernhaushalte erhöhte sich um 215,27 Euro auf 3.770,50 Euro je Einwohnerin und Einwohner. Im Jahr 2024 hatte dieser Wert noch bei 3.555,23 Euro gelegen.
Kreisangehörige Gemeinden verfügen über den größten Vermögensanteil
Den größten Anteil am Finanzvermögen der kommunalen Kernhaushalte hielten die kreisangehörigen Gemeinden und Verbandsgemeinden. Ihr Finanzvermögen belief sich 2025 auf 4,5 Milliarden Euro, was 55,6 Prozent des gesamten kommunalen Kernhaushaltsvermögens entspricht.
Die kreisfreien Städte verfügten über ein Finanzvermögen von 2,7 Milliarden Euro beziehungsweise 33,2 Prozent. Den geringsten Anteil wiesen die Landkreise auf. Ihr Finanzvermögen betrug 0,9 Milliarden Euro oder 11,3 Prozent des Gesamtbestandes.
Hintergrund
Zu den Kernhaushalten zählen die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie der Sozialversicherung. Extrahaushalte umfassen öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen, die nach den Vorgaben des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010) dem Staatssektor zugerechnet werden.
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung Nr. 194/2026 vom 29. Juli 2026.