Nachdem die Bundespolizei in Sachsen-Anhalt bereits am 15. Oktober dieses Jahres in Kabelsketal und am 27. Oktober 2020 in Hermsdorf Lkw-Schleusungen mit vier beziehungsweise fünf afghanischen Staatsbürgern verzeichnen musste, kam es am Freitag, den 30. Oktober 2020 innerhalb von nur elf Stunden erneut zu gleich zwei solch gelagerten Sachverhalten: Im ersten Fall bemerkten Mitarbeiter einer Firma, die sich in einem Lager in der Ortslage Landsberg befanden, Klopfgeräusche aus einem Sattelauflieger. Dieser befand sich mit der dazugehörigen Zugmaschine auf dem besagten Betriebsgelände. Die Mitarbeiter informierten die Landespolizei in Halle, welche wiederum gegen 09:40 Uhr die zuständige Bundespolizei in Kenntnis setzte. Sowohl Einsatzkräfte der Landes-, als auch der Bundespolizei begaben sich sofort zum Ereignisort und stellten sechs pakistanische Männer im Alter von 17, 18, 20, 22, 25 und 26 sowie den 46-jährigen bulgarischen Fahrer fest. Der Lkw sowie die komplette Ladung wurden vor Ort durchsucht. Die sechs Pakistani verfügten über keine aufenthaltslegitimierenden Papiere und wurden an die Bundespolizei übergeben. Sie und der Fahrer wurden für die weitere strafprozessuale Bearbeitung zum Bundespolizeirevier Halle überführt. Während den Vernehmungen gab einer der Männer an, dass sie an diesem Tag nach Deutschland eingeschleust wurden. Zuvor führte sie ihre Reiseroute in dem Lkw über Rumänien, Bulgarien und Tschechien.
Im zweiten Fall bemerkte ein Zeuge, der sich hinter einem
rumänischen Lkw im Bereich der Abfahrt der Bundesautobahn A2
Uhrsleben befand, wie drei Männer während eines Halts an einer
Ampel aus dem Inneren des Anhängers über das Dach stiegen,
herunterkletterten und sich in unbekannte Richtung von dem Lkw
entfernten. Er informierte die Landespolizei sowie die zwei 30- und
33-jährigen rumänischen Kraftfahrer des Lkws darüber. Der Lkw
fuhr daraufhin auf die Raststätte Uhrsleben. Hinzueilende
Landespolizisten stellten die drei Flüchtenden im Bereich der
Autobahn und fanden im Inneren des Sattelaufliegers drei weitere
Männer. Hierbei handelte es sich bei allen sechs Personen um
Afghanen. Auch diese Männer konnten gegenüber den Einsatzkräften
keine aufenthaltslegitimierenden Papiere vorweisen. Die
Landespolizei informierte gegen 20:40 Uhr die zuständige
Bundepolizei, welche die sechs Männer im Alter zwischen 15 und 24
Jahren sowie die zwei Fahrer übernahm und für die weitere
strafprozessuale Bearbeitung in die Dienststelle nach Magdeburg
brachte. Auch hier gab einer der Männer während seiner Vernehmung
an, gemeinsam mit den fünf anderen Personen in Rumänien auf den Lkw
gestiegen zu sein. Die Bundespolizeiinspektion Magdeburg hat
insgesamt drei Ermittlungsverfahren wegen Einschleusens von
Ausländern sowie zwölf weitere Strafverfahren wegen den
unerlaubten Einreisen eingeleitet. Inwieweit die jeweiligen Fahrer
von ihren „blinden Passagieren“ wussten, bleibt Gegenstand der
weiteren Ermittlungen. Sie konnten die Dienststellen nach Abschluss
aller polizeilicher Maßnahmen wieder verlassen. Die sechs Pakistani
und die sechs Afghanen wurden nach Rücksprachen mit den zuständigen
Ausländerbehörden an dementsprechende Einrichtungen übergeben.