Magdeburg, Januar 2026 – Der Klimawandel ist in Sachsen-Anhalt zunehmend spürbar. Laut dem aktuellen Monitoringbericht des Umweltministeriums steigen die Temperaturen deutlich, Hitzetage nehmen zu, Trockenperioden treten häufiger auf, und die Vegetationsperiode verlängert sich. Besonders betroffen sind Landwirtschaft, Wasserhaushalt und die Gesundheit der Bevölkerung. Starkregen, Hochwasser, Waldbrände und Hitzeperioden stellen künftig zusätzliche Risiken dar.
Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann stellte die Ergebnisse des Berichts im Kabinett vor. Er betonte, dass Sachsen-Anhalt mit der fortgeschriebenen Landesstrategie zur Klimafolgenanpassung, mit Maßnahmen wie Starkregenmanagement, Wasserrückhalt und Schaffung natürlicher Überflutungsflächen, das Land gegen die Folgen des Klimawandels wappnen will. Seit 2010 bündelt die Strategie alle ressortübergreifenden Maßnahmen, zuletzt wurden 68 Maßnahmen aus 14 Handlungsfeldern aktualisiert. Mit dem Programm „Sachsen-Anhalt Klima III“ wurden bisher 40 kommunale Projekte mit 21,8 Millionen Euro gefördert.
Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen sieht die Anpassungsmaßnahmen als notwendig, kritisiert jedoch das Fehlen eines verbindlichen Klimaschutzgesetzes. Umweltpolitischer Sprecher Wolfgang Aldag erklärte: „Anpassung allein reicht nicht aus. Wer Klimaschutz verzögert, verschärft soziale Ungleichheit. Besonders ältere Menschen, Kinder, chronisch Kranke und einkommensschwache Haushalte tragen das größte Risiko.“ Die Grünen fordern die Landesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der klare Ziele, Zuständigkeiten und Verbindlichkeit schafft.
Der Monitoringbericht zeigt die objektive Notwendigkeit von Maßnahmen, die Grünen betonen zugleich die sozialen Dimensionen des Klimawandels: Schutz vor Hitze und Extremwetter sei zugleich eine Frage der Gerechtigkeit.
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Jedes Jahr spürt man irgendwo in Deutschland die Auswirkungen von Bevölkerungswachstum und Wohlstandsmehrung.