Die Modernisierung der Kläranlage Halle-Nord wird mit zusätzlichen 289.000 Euro vom Land Sachsen-Anhalt unterstützt. Das Landesverwaltungsamt stockte die bereits bewilligte Förderung damit auf insgesamt 1,36 Millionen Euro auf. Der Fördersatz beträgt 50 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.
Die Stadt Halle und die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft GmbH (HWS) wollen mit den Investitionen den Energieverbrauch der Anlage senken, die Eigenenergieerzeugung steigern und Treibhausgasemissionen reduzieren. Die Kläranlage hat eine Behandlungskapazität von 340.000 Einwohnerwerten und behandelt derzeit Abwasser von rund 282.700 Einwohnerwerten.
Im Mittelpunkt steht der Neubau von zwei Anlagen zur Vakuumentgasung und gezielten MAP-Fällung. Dadurch soll zusätzliches Faulgas gewonnen, Methanemissionen sollen verringert und die Entwässerung des Klärschlamms verbessert werden. Eine optimierte Durchmischung der Faultürme soll zudem die Faulgasproduktion steigern. Das gewonnene Gas kann anschließend zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden.
Auch die Wärmeverteilung auf dem Gelände wird modernisiert. Unter anderem werden Heizkreispumpen ausgetauscht und das Wärmenetz hydraulisch optimiert. Dadurch soll insbesondere der Erdgasverbrauch sinken.
Nach Abschluss der Maßnahmen werden jährliche Energieeinsparungen von rund 1.180 Megawattstunden erwartet. Zudem sollen die Treibhausgasemissionen um rund 341 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr sinken.
Landesverwaltungsamtspräsident Thomas Pleye verwies auf die wachsende Bedeutung energieeffizienter Abwasserbehandlung. Hintergrund sind auch neue europäische Vorgaben: Kommunale Kläranlagen sollen nach der EU-Kommunalabwasserrichtlinie bis 2045 energieneutral betrieben werden.
Quelle: Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt