Unter der Überschrift „Wehrtüchtig oder wehrflüchtig – Wer verteidigt unser Land?“ laden mehrere kirchliche Bildungseinrichtungen Anfang Juni zu einer Online-Diskussion über Sicherheitspolitik, Wehrdienst und Friedensethik ein. Die Veranstaltung findet am Montag, 1. Juni, um 19 Uhr per Zoom statt.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich gesellschaftliche Verteidigungsfähigkeit angesichts internationaler Krisen, des Krieges in der Ukraine und neuer Formen der Kriegsführung verändert. Diskutiert werden sollen Modelle wie der „Neue Wehrdienst“, eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht sowie allgemeine Dienstpflichten.
Ausgangspunkt der Debatte ist die Friedensdenkschrift „Welt in Unordnung – Gerechter Friede im Blick“ der Evangelische Kirche in Deutschland. Darin wird die These formuliert, dass gemeinschaftliche Sicherheit auch die Verantwortung des Einzelnen voraussetze.
An der Diskussion beteiligen sich Heiko Biehl vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Peter Kohlgraf, der zugleich Präsident von Pax Christi Deutschland ist, sowie Friederike Krippner. Krippner gehört außerdem dem Redaktionsteam der EKD-Friedensdenkschrift an.
Die Veranstalter wollen dabei nicht nur klassische Fragen von Wehrpflicht und Landesverteidigung beleuchten, sondern auch die Auswirkungen moderner Technologien auf militärische Konflikte thematisieren. Dazu zählen Drohnen, Cyberangriffe und hybride Kriegsführung. Zugleich soll diskutiert werden, ob solche Entwicklungen eher zu mehr Sicherheit beitragen oder eine zunehmende Militarisierung der Gesellschaft fördern.
Veranstaltet wird der Abend von der Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt gemeinsam mit der Katholische Akademie des Bistums Magdeburg, dem Katholisches Forum im Land Thüringen sowie dem Lothar-Kreyssig-Ökumenezentrum der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.
Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte können sich per E-Mail anmelden und erhalten die Zugangsdaten am Veranstaltungstag.