Halle (Saale), 20. Februar 2026 – Der bevorstehende Auszug von Kaufland aus dem Südstadt Center löst im halleschen Süden erhebliche Unruhe aus. Die Filiale galt seit Jahren als zentraler Ankermieter und als unverzichtbare Nahversorgungsstelle für den Stadtteil. Mit dem Rückzug verliert das Center nicht nur seinen wichtigsten Mieter, sondern auch den Kern seiner Funktion als lokales Versorgungszentrum.
Deutlich Kritik übt der SPD-Politiker Julius Neumann, Landtagskandidat für den Wahlkreis Halle-Süd/Ost und sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Klimaschutz, Umwelt und Ordnung. Er verweist auf die Verantwortung des Eigentümers, der laut Kaufland das Vertrauen des Unternehmens verloren habe. Neumann fordert daher eine klare öffentliche Stellungnahme des Betreibers: Wie soll es weitergehen? Werden die bekannten Brandschutzmängel behoben? Welche Zukunft ist für das Center vorgesehen?
Neumann betont, dass mit dem Standort dutzende Arbeitsplätze verbunden sind. Besonders ältere Menschen im Süden seien auf kurze Wege und wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten angewiesen. Als im Zentrenkonzept der Stadt Halle offiziell ausgewiesenes Stadtteilzentrum komme dem Südstadt Center daher weiterhin eine entscheidende Rolle zu.
Ein Verfall des Gebäudekomplexes wäre nach Einschätzung des SPD-Kandidaten ein Szenario mit weitreichenden Folgen. Er erinnert in diesem Zusammenhang an das leerstehende Hochhaus in der Silbertalerstraße, das durch wiederholte Brandereignisse hohe Sicherungskosten für die Stadt verursacht hatte. Ein ähnlicher „Lost Place“ dürfe im Süden der Stadt nicht entstehen.
Der Auszug von Kaufland sei ein schwerer Rückschlag für die jüngsten Bemühungen von Anwohnern, Gewerbetreibenden und Verwaltung, den Standort zu stabilisieren. In den kommenden Wochen, so Neumann, müsse die Diskussion über Versorgungssicherheit und Lebensqualität im Süden noch intensiver geführt werden. Entscheidende Schritte lägen nun beim Eigentümer des Centers.