Es ist nun endgültig: Kaufland im Südstadt-Center Halle wird nicht wieder öffnen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Donnerstag die fristlose Kündigung des Mietvertrags. Gründe für die Schließung sind umfangreiche bauliche Mängel, insbesondere im Brandschutz, sowie ein fehlendes Vertrauensverhältnis zum Vermieter. Bereits seit Anfang Februar durfte die Filiale aufgrund einer Schließungsverpflichtung nicht mehr betrieben werden. Mehrere Optionen für eine Weiterführung am Standort wurden geprüft, eine Wiedereröffnung ist jedoch nicht möglich.
Die Stadt Halle hatte der Berliner Eigentümerin Hedera Bauwert GmbH am 4. Februar offiziell eine Nutzungsuntersagung wegen erheblicher Brandschutzmängel zugestellt. Bereits Mitte Januar hatte die Bauaufsicht den Zustand des Centers als „katastrophal“ bezeichnet. Hinzu kommt, dass die Fernwärmeversorgung bereits im Sommer 2025 abgeschaltet wurde, wodurch mehrere Geschäfte das Center verließen.
Die Schließung trifft die Südstadt besonders hart: Über 80 Beschäftigte haben ihre Arbeitsplätze verloren, und die Versorgung des Stadtteils mit Lebensmitteln, Apotheken, Drogerien und weiteren Angeboten des täglichen Bedarfs ist stark eingeschränkt.
Die hallesche Bundestagsabgeordnete Janina Böttger bezeichnet die endgültige Schließung als „schweren Schlag“ für den Stadtteil. Sie fordert eine schnelle, verbindliche Ersatzlösung direkt vor Ort. „Nahversorgung ist Daseinsvorsorge. Es kann nicht sein, dass ein ganzer Stadtteil die Folgen von Spekulation, Renditedruck und unternehmerischem Rückzug trägt. Die Südstadt ist kein Randgebiet zweiter Klasse“, so Böttger.
Die Abgeordnete betont, dass für die betroffenen Beschäftigten schnelle Zusagen zur Weiterbeschäftigung und Unterstützung notwendig seien. Für viele Bewohnerinnen und Bewohner der Südstadt, insbesondere ältere Menschen, Familien und Personen ohne Auto, sei Nahversorgung eine zentrale Voraussetzung für den Alltag und die Würde im Stadtteil.