Vom 21. November 2025 bis zum 15. Februar 2026 widmet das Kunstmuseum Moritzburg in Halle dem bedeutenden deutschen Maler Karl Hofer (1878–1955) eine umfassende Sonderausstellung. Unter dem Titel „Karl Hofer. Zwischen Schönheit und Wahrheit“ ist dies die erste Retrospektive Hofers in Mitteldeutschland seit seiner Einzelausstellung zum 100. Geburtstag im Jahr 1978 in Halle.
Hofer, einer der einflussreichsten Künstler der deutschen Moderne, wird mit 50 Gemälden aus der Sammlung Arthouse Leipzig gewürdigt, die aus den Jahren 1900 bis 1954 stammen. Die Ausstellung präsentiert das vielseitige Werk des Künstlers, das sich zwischen den Strömungen des Expressionismus, der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus bewegt. Hofer suchte eine menschliche Wahrheit, die jenseits politischer und modischer Einflüsse lag, und entwickelte eine Bildsprache, die durch starke Emotionen, stille Dramatik und hohe Symbolkraft geprägt ist.
Die Schau ist in sieben thematische Kapitel gegliedert, in denen Hofers zentrale Sujets – vom Menschen in seiner Würde und Verletzlichkeit bis hin zu Szenen von Krieg und Leid – vorgestellt werden. Besonders markant sind die Darstellungen rätselhafter Figuren, Masken und Harlekine, die für Identität und Rollenverhalten stehen. Landschaften und Stillleben bieten zudem Einblicke in Hofers Experimentierfreude mit Form und Farbe.
Neben Hofers künstlerischen Themen ermöglicht die Ausstellung auch eine Auseinandersetzung mit seiner stilistischen Entwicklung und seiner bedeutenden Rolle in der DDR. Nach dem Krieg fand Hofers Werk, insbesondere im östlichen Teil Deutschlands, großen Anklang, auch wenn seine Kunst in Bezug auf den Sozialistischen Realismus ambivalent war. So prägte Hofer nicht nur die Hallesche Schule, sondern war auch ein wichtiger Bezugspunkt für viele Künstler der DDR.
Mit dieser Retrospektive rückt das Kunstmuseum Moritzburg nicht nur die Kunst von Karl Hofer ins Licht, sondern auch seine außergewöhnliche Aktualität und Bedeutung, die bis heute nachwirkt.