Mit der Kampagne „Menschen. Nicht Herkunft.“ wollen das Studio Neue Museen sowie Krankenhäuser, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen aus Halle und Sachsen-Anhalt die Bedeutung internationaler Fachkräfte für die medizinische Versorgung hervorheben. Ziel ist es, Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte mit Einwanderungsgeschichte sichtbar zu machen und ihren Beitrag zur Gesundheitsversorgung stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Die Initiative versteht sich als unabhängig und nicht parteipolitisch. Sie wurde nach Angaben der Organisatoren durch Spenden finanziert und entstand als Reaktion auf eine gemeinsame Stellungnahme der Kassenärztlichen Vereinigung und der Ärztekammer Sachsen-Anhalt vom Mai 2026. Darin hatten beide Institutionen vor negativen Auswirkungen politischer Debatten auf die Gewinnung internationaler Fachkräfte gewarnt.
Nach Angaben der Kampagne stammen inzwischen 18,55 Prozent der in Sachsen-Anhalt tätigen Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland – das entspricht mehr als 2.000 Medizinerinnen und Medizinern. Zudem hat etwa jede vierte Pflegekraft im Land eine Einwanderungsgeschichte. Gleichzeitig warten mehr als 120 Ärztinnen und Ärzte auf ihre Kenntnisprüfung, während Anerkennungsverfahren häufig zwei bis drei Jahre dauern.
Bundesweit weisen die Initiatoren auf die wachsende Bedeutung internationaler Fachkräfte hin. Demnach besitzen rund 16 Prozent der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland keine deutsche Staatsangehörigkeit. Im Pflegebereich ist der Anteil ausländischer Staatsangehöriger in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Angesichts des prognostizierten Fachkräftemangels rechnen die Organisatoren damit, dass internationale Beschäftigte auch künftig eine zentrale Rolle für die Gesundheitsversorgung spielen werden.
Die Kampagne verfolgt neben der öffentlichen Information auch ein internes Ziel: Bereits beschäftigte internationale Fachkräfte sollen Wertschätzung erfahren und ihre Zugehörigkeit zum Gesundheitswesen sichtbar gemacht werden.