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Kabinett tagt in Halle – Haseloff setzt auf Strukturwandel, Zukunftszentrum und Wissenschaft


Die Landesregierung Sachsen-Anhalt hat heute unter Leitung von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff in Halle getagt. Bei der auswärtigen Kabinettssitzung standen nicht nur allgemeine landespolitische Themen auf der Tagesordnung, sondern vor allem Fragen der Stadtentwicklung. Haseloff betonte die besondere Rolle Halles als kulturelles, wirtschaftliches und wissenschaftliches Zentrum des Landes. „Starke Impulse für die Zukunft werden von den Investitionen in den Strukturwandel und vom künftigen Zukunftszentrum ausgehen“, sagte der Ministerpräsident.

Strukturwandel mit Millionenprojekten

Für Halle steht im Rahmen der 2022 beschlossenen „Vereinbarung zur Reviergerechtigkeit“ ein Gesamtbudget von 216,2 Millionen Euro zur Verfügung. Drei zentrale Vorhaben sind bereits auf den Weg gebracht: die Revitalisierung des ehemaligen RAW-Geländes (119,7 Mio. Euro), der Bau des „Center for Sustainable Materials and Energy“ am Weinberg Campus (56,9 Mio. Euro) sowie das „APA Inklusionszentrum“ (12,7 Mio. Euro).
Ergänzt wird die Regelförderung durch den Ideenwettbewerb REVIERPIONIER, an dem sich auch zahlreiche Bürgerinnen und Bürger beteiligen. 66 Preisträger aus Halle haben bislang zusammen knapp 460.000 Euro Fördergelder erhalten.

Zukunftszentrum am Riebeckplatz

Als größtes Bauvorhaben seit der Wiedervereinigung gilt die Ansiedlung des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation am Riebeckplatz. Rund 29 Millionen Euro stellt das Land in den kommenden fünf Jahren allein für die begleitende Infrastruktur bereit. Ziel ist es, den bisher stark vom Verkehr dominierten Platz in einen urbanen Lebensraum zu verwandeln und die Aufenthaltsqualität erheblich zu steigern.

Wissenschaft und Exzellenz

Mit Stolz verwies Haseloff auf den Erfolg der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die seit Mai das Gütesiegel „exzellent“ trägt. Sie erhielt als erste Hochschule Sachsen-Anhalts die Förderung für ein Exzellenz-Cluster. Im Mittelpunkt des Projekts „Center for Chiral Electronics“ stehen innovative Materialien und Konzepte für ultraschnelle, energieeffiziente Elektronik.

Energie, Klima und Hochwasserschutz

Halle zählt zu den Vorreitern beim Umbau der Wärmeversorgung. Bis spätestens 2045 soll die Stadt CO₂-neutral sein. Seit 1990 sind die Treibhausgasemissionen bereits um 70 Prozent gesunken. Parallel wird in Photovoltaik investiert: Die Zahl der Solaranlagen stieg seit 2023 um mehr als 60 Prozent. Auch der Hochwasserschutz bleibt ein Schwerpunkt – seit 2002 flossen 13,2 Mio. Euro in den Ausbau und die Sanierung der Deiche an Saale und Nebenflüssen.

Kultur und Soziales

Rund 21,5 Mio. Euro Landesmittel stehen 2025 für die Kulturförderung in Halle bereit. Besonders gefördert werden die Theater, Oper und Orchester GmbH sowie die Händel-Festspiele. Auch Investitionen in Denkmalschutzprojekte wie die Moritzburg und die Burgbrücke gehören dazu.
Im sozialen Bereich unterstützt das Land Krankenhäuser, Pflege- und Behinderteneinrichtungen sowie Kitas und Horte mit erheblichen Summen aus Landes-, Bundes- und EU-Mitteln.

Der Ministerpräsident unterstrich in Halle die enge Verbindung von Tradition und Zukunft: „Die Stadt ist kultureller Leuchtturm, starker Wirtschaftsstandort und Motor der Wissenschaft. Mit den Investitionen in Strukturwandel, Zukunftszentrum und Exzellenzforschung setzen wir die Grundlagen für eine nachhaltige Entwicklung.“


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