Das Land Sachsen-Anhalt will den
JVA-Standort in der Dessauer Straße in Halle erweitern.
Landesfinanzminister André Schröder hat dem Kabinett heute das
Ergebnis einer Machbarkeitsstudie vorgelegt. Demnach soll das Land
die Erweiterung des Standortes an einen so genannten
„Totalunternehmer“ vergeben und aus Eigenmitteln finanzieren. Ein
entsprechender Vorschlag wurde dem Finanzausschuss
unterbreitet.
Finanzminister André Schröder: „Wir haben drei Varianten durch
Experten prüfen lassen. Am wirtschaftlichsten ist demnach die
Beauftragung eines Totalunternehmers, der vom Land bezahlt den
gesamten Bau plant und realisiert und damit auch die termingerechte
Fertigstellung zu verantworten haben wird. Die Kosten für den
JVA-Erweiterungsbau sind auf ca. 170,6 Millionen Euro kalkuliert.
Die tatsächliche Summe wird erst nach der europaweiten
Ausschreibung der Maßnahmen feststehen. Die beiden anderen
Varianten werden noch teurer geschätzt. Geplanter Baustart ist im
Jahr 2020. Läuft alles nach Plan, könnten dann im Jahr 2023 die
ersten Häftlinge in den neuen Einzelzellen untergebracht
werden.“
Justizministerin Anne-Marie Keding: „Die JVA wird auf 600
Haftplätze erweitert, wobei dies kein Anbau sein wird, sondern ein
nahezu kompletter Neubau. Die bestehenden 400 Haftplätze
entsprechen nämlich bald nicht mehr den aktuellen EU-Normen, weil
ab 2025 jeder Gefangene Anspruch auf eine Einzelzelle mit
mindestens 9 m² Grundfläche hat. Dem müssen wir gerecht
werden.“
Innerhalb des Sicherheitsbereichs werden ein Verwaltungsgebäude mit
Pforte, ein Transportgebäude, Haftbereiche, eine Wäscherei, eine
Küche, eine Werkhalle und eine Sporthalle neu errichtet. Das
Schulgebäude und die Besuchsdurchführung mit offenem Vollzug und
die Hauswerkstatt werden saniert. Die Außenmauer mit zugehöriger
Sicherheitstechnik wird neu errichtet. Außerhalb des
Sicherheitsbereiches wird im südlichen Bereich ein Neubau für den
offenen Vollzug (männlich) errichtet und ein Bestandsgebäude für
den offenen Vollzug (weiblich) saniert, bei laufendem
Betrieb.
Östlich des Sicherheitsbereichs werden zudem eine Raumschießanlage zur gemeinsamen Nutzung für Polizei- und Justizvollzugsbeamte, ein Mehrzweckgebäude für Polizei- und Justiznutzung mit den erforderlichen Stellplätzen sowie eine Erschließungsstraße gebaut. Geplante Kosten hierfür: ca. 20 Millionen Euro.
Hintergrund:
Die Landesregierung hat im Jahr
2012 beschlossen, dass der Justizvollzug nur noch an den drei
Standorten Burg, Raßnitz und Halle erfolgen soll.
Aufgrund der staatlichen Verpflichtung zur menschenwürdigen
Unterbringung der Gefangenen gemäß §§ 18 Abs. 1 und 164 Abs. 1
Justizvollzugsgesetzbuch Sachsen-Anhalt haben Gefangene ab
01.01.2025 Anspruch auf Einzelunterbringung in einem Haftraum mit
mindestens 9 m² Grundfläche zuzüglich Sanitärbereich. Um dieses
Ziel umsetzen zu können, ist die Erweiterung der JVA Halle
erforderlich.
Zur Verfügung stehende Haftplätze (Stand April 2018):
Halle:
Am Kirchtor: 284
Dessauer Straße : 368
Dessau (offener Vollzug, gehört zu Halle): 14
Jugendarrestanstalt (Halle) 22
Burg: 681
Raßnitz (Jugendanstalt): 382
Volkstedt: 206
insgesamt : 1.957
2 comments on “JVA Halle wird von 400 auf 600 Plätze erweitert. Neubauprojekt in Dessauer Strasse geht für 170,6 Mio € an „Totalunternehmer“”
Früher hießt sowas GAN (genaeralAuftragNehmer)…
Und fü die Insassen wird dann auch eine Rohrpost installiert, damit ihnen, natürlich streng EU-konform, auch der Puderzucker anal implaziert werden kann.
So heißt das auch immer noch. Schwarz-gelb ist er höchsthöchstwahrscheinlich auch immer noch.