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„Jungpflanzen sind kein Verbrechen“ – Hanfverband wirft Staatsanwaltschaft Halle absurden Strafvorwurf vor: Solidaritätskundgebung am 3. September vor dem Amtsgericht

Wenn am Mittwoch, 3. September 2025, vor dem Amtsgericht Halle der Prozess gegen Hanf-Aktivistin Angelika Saidi beginnt, will der Deutsche Hanfverband Halle-Saalekreis lautstark Präsenz zeigen. Von 9.30 bis 14 Uhr ist vor dem Gerichtsgebäude eine Solidaritätskundgebung geplant. Das Motto: „Vermehret euch – Jungpflanzen sind kein Verbrechen!“

Der Fall hat seinen Ursprung im Sommer 2024, als der Hanfverband beim „Gedenktag verstorbener Drogengebrauchender“ nicht nur über Risiken und Sicherheit im Drogenkonsum diskutieren, sondern auch legales Vermehrungsmaterial – Stecklinge von Cannabispflanzen – verschenken wollte. Laut Cannabisgesetz ist dies ausdrücklich erlaubt.

Doch vor Ort griff die Polizei ein. Nachdem zunächst ein angeblicher Verstoß gegen das Werbe- und Sponsoringverbot ins Spiel gebracht wurde, einigte sich die Einsatzleitung nach Rücksprache mit Staatsanwaltschaft und Richter kurzerhand darauf, die Stecklinge als vollwertige Cannabispflanzen zu deklarieren – und ließ sie beschlagnahmen.

„Das ist, als würde man Schnittblumen als Gärtnerei einstufen“, kritisiert Saidi. Sie sieht darin den Versuch, eine Straftat zu konstruieren, wo keine ist: „Was Erwachsene kaufen dürfen, dürfen sie sich auch schenken.“

Der Hanfverband spricht von einem absurden Vorgehen, das nicht nur juristisch fragwürdig sei, sondern auch politisch ein fatales Signal sende. Unterstützer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet wollen deshalb am 3. September in Halle demonstrieren – für legales Vermehrungsmaterial, gegen kriminalisierte Pflanzenfreunde.


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