Immer mehr Jugendliche in Mitteldeutschland nutzen Künstliche Intelligenz im Alltag – auch bei Fragen zur eigenen Gesundheit. Das geht aus der aktuellen Sinus-Jugendstudie im Auftrag der BARMER hervor. Demnach haben bereits 44 Prozent der Jugendlichen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen KI-Anwendungen zu Symptomen oder Gesundheitsproblemen befragt.
Besonders auffällig ist die rasante Verbreitung der Technologie: Während 2023 erst 18 Prozent der Jugendlichen Künstliche Intelligenz regelmäßig oder täglich nutzten, liegt dieser Anteil inzwischen bei 37 Prozent. Zugleich hält nahezu jede und jeder Zweite (47 Prozent) die von KI gelieferten Gesundheitstipps für vertrauenswürdig.
Die Landesgeschäftsführerin der BARMER in Sachsen-Anhalt, Birgit Dziuk, sieht darin Chancen, aber auch Risiken. KI könne erste Informationen liefern, ärztliche Diagnosen jedoch nicht ersetzen. Gerade im Gesundheitsbereich sei deshalb ein kritischer und verantwortungsvoller Umgang mit den neuen Technologien wichtig.
Die Studie zeigt außerdem, dass KI zunehmend die Zukunftserwartungen junger Menschen prägt. So sehen 23 Prozent der befragten Jugendlichen ihre beruflichen Perspektiven durch Künstliche Intelligenz gefährdet – fast doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren.
Zugleich fühlen sich viele Jugendliche gut informiert: 67 Prozent gaben an, über KI eher oder sehr gut Bescheid zu wissen. Auch bei psychischen Belastungen kommen KI-Anwendungen bereits zum Einsatz: Zwölf Prozent der Befragten haben entsprechende Chatbots oder Apps gegen Stress, Ängste oder Traurigkeit bereits genutzt, weitere 18 Prozent würden dies gern ausprobieren.
Für die Sinus-Jugendstudie wurden im Herbst 2025 bundesweit rund 2.000 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren befragt, darunter 223 aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.