Der Kinder- und Jugendbeauftragte Sachsen-Anhalts, Holger Paech, fordert eine Absenkung des Wahlalters bei Landtagswahlen auf 16 Jahre. Die Landtagswahl im September solle die letzte sein, bei der 16- und 17-Jährige vom Wahlrecht ausgeschlossen seien, sagte Paech am Mittwoch, dem Internationalen Tag der Jugend, in Magdeburg.
Sieben der 16 Bundesländer ermöglichen Jugendlichen ab 16 Jahren bereits die Teilnahme an Landtagswahlen. Paech verwies unter anderem auf Baden-Württemberg, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Sachsen-Anhalt dürfe diese Entwicklung nicht verschlafen.
Auch für die Bundestagswahl fordert Paech eine Änderung. Es sei nicht nachvollziehbar, dass Jugendliche ab 16 Jahren an der Europawahl teilnehmen dürften, nicht aber an der Bundestagswahl. Junge Menschen könnten politische Entscheidungen eigenständig abwägen und seien zugleich von langfristigen politischen Weichenstellungen besonders betroffen. Paech bezeichnete das Wahlrecht ab 16 daher als „Gebot der Gerechtigkeit“.
Im Rahmen des Internationalen Tages der Jugend wurden in Magdeburg zudem erstmals Filme junger Menschen zur bevorstehenden Landtagswahl vorgestellt. Das Projekt „Kreuzweise“ des Landesverbands der Offenen Kanäle Sachsen-Anhalt fand bereits zum vierten Mal statt. Rund 80 Jugendliche reichten Ideen ein, 14 Projekte wurden filmisch umgesetzt.
Die Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit Migration, Generationenkonflikten, Drogen und sozialem Abstieg, rechter Gewalt gegen queere Menschen sowie einer möglichen Rückkehr zur Wehrpflicht. Die Filme sind in den Offenen Kanälen und auf der Projektseite zu sehen.
Paech bezeichnete das Projekt als gute Möglichkeit, die Perspektiven junger Menschen in den Landtagswahlkampf einzubringen. Die Vorstellungen von Jugendlichen und erwachsener Politik lägen nicht selten „über Kreuz“ – das sollte den Parteien zu denken geben.
Quelle: Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung des Landes Sachsen-Anhalt, Presseinformation vom 12. August 2026
2 comments on “Jugendbeauftragter fordert Wahlalter 16 in Sachsen-Anhalt”
Man könnte argumentieren, 16-Jährigen fehle die sittliche und politische Reife. Das trifft allerdings auch auf 41+5 % der erwachsenen Bevölkerung zu.
Wenn Wahlrecht ja, dann Jugendstrafrecht nein. Mit der unterstellten sittlichen und politischen Reife sollte die Jugend Verantwortung für alle Handlungen übernehmen können.