Der Münchner Komponist Johannes Wiedenhofer hat den Fanny Mendelssohn Kompositionspreis 2026 erhalten. Der 21-Jährige setzte sich unter 25 Bewerbungen durch. Die Preisverleihung fand am Freitag im John-Cage-Haus in Halberstadt im Rahmen des Festivals KlangART Vision statt.
Bei der Preisverleihung präsentierte Wiedenhofer sein ausgezeichnetes Werk „wenn das licht bricht II“ erstmals öffentlich. Das Kammerstück für Flöte und Fagott arbeitet mit scharfen Akzenten, pulsierenden Rhythmen und abrupten Ausbrüchen. Jurymitglied Sarah Maria Sun würdigte insbesondere Wiedenhofers Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Klangs.
Die Uraufführung war Teil des Rahmenprogramms zum 17. Klangwechsel von John Cages Orgelstück ORGAN2/ASLSP. Interpretiert wurde das Werk von Esteban Wiart am Fagott und Fabian Johannes Egger an der Flöte; am Klavier wirkte Barnabás Csiszár mit.
Wiedenhofer komponiert seit seinem neunten Lebensjahr. Er studiert Musiktheorie an der Hochschule für Musik und Theater München sowie Komposition am Mozarteum Salzburg. Seine Werke wurden bereits vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Sir Simon Rattle aufgeführt. Zu seinen Auszeichnungen zählt unter anderem ein Preis des Arnold Schönberg Centers Wien.
Der Fanny Mendelssohn Kompositionspreis wird seit 2024 vom Festival KlangART Vision gemeinsam mit dem Fanny Mendelssohn Förderpreis Hamburg und der Moses Mendelssohn Akademie Halberstadt vergeben. Er richtet sich an junge Komponistinnen und Komponisten unter 35 Jahren mit Wohnsitz in Europa und umfasst ein Preisgeld sowie einen Kompositionsauftrag.