Nach Angaben des Statistischen Landesamtes waren im Jahr 2025 nur noch 48 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten tarifgebunden. Damit liegt das Land knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 49 Prozent.Der Trend zeigt nach unten: 2022 lag die Tarifbindung noch bei 51 Prozent, in den Jahren 2023 und 2024 jeweils bei 50 Prozent. Bundesweit blieb der Anteil zuletzt weitgehend stabil.
Ein Großteil der tarifgebundenen Beschäftigten arbeitet auf Grundlage von Branchentarifverträgen (36 Prozent), während 12 Prozent durch Haustarifverträge abgesichert sind.
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen den einzelnen Branchen. Besonders hoch ist die Tarifbindung im öffentlichen Bereich: In der öffentlichen Verwaltung sowie der Sozialversicherung liegt sie bei 100 Prozent. Auch im Bildungsbereich (81 Prozent) und bei wirtschaftlichen Dienstleistungen (62 Prozent) ist sie vergleichsweise stark ausgeprägt. Im Gesundheits- und Sozialwesen sowie in der Entsorgungswirtschaft liegt der Anteil jeweils bei rund 52 Prozent.
Deutlich unter dem Durchschnitt bleiben hingegen unter anderem die Bereiche Information und Kommunikation (41 Prozent), Verkehr und Lagerei (40 Prozent) sowie Kunst und Unterhaltung (32 Prozent). Besonders niedrig ist die Tarifbindung bei freiberuflichen und wissenschaftlichen Dienstleistungen mit nur 20 Prozent.
Auch auf Ebene der Betriebe zeigt sich ein Rückgang. Nur noch 17 Prozent der Unternehmen wenden einen Tarifvertrag an – vier Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Der Anteil der nicht tarifgebundenen Betriebe stieg entsprechend auf 83 Prozent.
Besonders selten sind Tarifverträge im Gastgewerbe sowie in der Land- und Forstwirtschaft, wo nahezu alle Betriebe ohne Tarifbindung arbeiten. Auch in kreativen und freiberuflichen Branchen ist die Tarifbindung die Ausnahme.