Die Zahl der Beschäftigten in der Landwirtschaft Sachsen-Anhalts ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich zurückgegangen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit arbeiteten im September 2025 noch 12.159 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in landwirtschaftlichen Betrieben – 2.828 weniger als 2015, was einem Rückgang von 19 Prozent entspricht.
Besonders stark sank die Zahl der Beschäftigten mit deutscher Staatsangehörigkeit. Sie verringerte sich im selben Zeitraum von 14.279 auf 10.270 und damit um 28 Prozent. Als Ursachen gelten der Strukturwandel mit größeren, stärker automatisierten Betrieben sowie der Fachkräftemangel.
Gleichzeitig hat sich die Zahl der ausländischen Beschäftigten mehr als verdoppelt. Sie stieg von 708 auf 1.889. Damit stammt inzwischen rund jeder sechste Beschäftigte in der Landwirtschaft aus dem Ausland. Die meisten Arbeitskräfte kommen aus Polen und Rumänien.
Besonders groß ist der Bedarf während der Erntesaison. Im Juni 2025 waren in Sachsen-Anhalt 1.072 Saisonarbeitskräfte kurzfristig in der Landwirtschaft beschäftigt, darunter 801 ausländische Arbeitskräfte.
Nach Einschätzung von Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, könnten viele landwirtschaftliche Betriebe ihre Ernten ohne ausländische Saisonkräfte kaum noch bewältigen. Sie seien inzwischen ein unverzichtbarer Bestandteil der Landwirtschaft im Land.