In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Frauenärztinnen und -ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen dürfen, weiter gesunken. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Landtagsfraktion hervor. Demnach verfügen aktuell noch 27 Fachärztinnen und Fachärzte für Gynäkologie über eine entsprechende Genehmigung. 2017 waren es noch 40.
Besonders deutlich war der Rückgang zuletzt: Zwischen Januar 2025 und Ende Juni 2026 beendeten zwölf Ärztinnen und Ärzte ihre Tätigkeit, lediglich drei kamen hinzu. Damit verlor Sachsen-Anhalt innerhalb von anderthalb Jahren netto neun Ärzte, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen.
Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Susan Sziborra-Seidlitz, warnt vor zusätzlichen Belastungen für ungewollt Schwangere. Wenn immer weniger Praxen entsprechende Eingriffe anböten, müssten Betroffene häufiger Praxen abtelefonieren, auf Termine warten und weitere Wege in Kauf nehmen.
Sziborra-Seidlitz fordert eine grundlegende Reform des Umgangs mit Schwangerschaftsabbrüchen. Diese gehörten nicht ins Strafgesetzbuch und müssten verbindlicher Bestandteil der medizinischen Ausbildung werden. Sachsen-Anhalt solle sich im Bundesrat für eine entsprechende Reform einsetzen.
Auch bei der Ausbildung sieht die Abgeordnete Handlungsbedarf. Nach Angaben der Landesregierung sind lediglich sieben Kliniken und Praxen bekannt, in denen angehende Ärztinnen und Ärzte die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen im Rahmen ihrer Ausbildung erlernen können.
Quelle: Antwort der Landesregierung Sachsen-Anhalt auf eine Kleine Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN; Pressemitteilung der Grünen-Landtagsfraktion