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Immer mehr Betriebe setzen auf internationale Beschäftigte

Halle/Magdeburg. Immer mehr Unternehmen in Sachsen-Anhalt beschäftigen ausländische Arbeitskräfte. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hatte im Juni 2025 bereits fast jeder vierte Betrieb mindestens eine ausländische Mitarbeiterin oder einen ausländischen Mitarbeiter. Vor zehn Jahren war dies noch deutlich seltener der Fall.

Insgesamt gab es im Land 50.871 Betriebe mit sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Davon beschäftigten 11.539 Unternehmen ausländische Arbeitskräfte. Das entspricht einem Anteil von 22,7 Prozent. Gegenüber 2015 hat sich die Zahl dieser Betriebe mehr als verdoppelt.

Besonders dynamisch entwickelte sich die Situation in den vergangenen fünf Jahren. Zwischen 2020 und 2025 stieg die Zahl der Betriebe mit internationalen Beschäftigten in Sachsen-Anhalt um 43 Prozent. Damit verzeichnete das Land den stärksten Zuwachs unter den ostdeutschen Bundesländern. Bundesweit lag der Anstieg im gleichen Zeitraum lediglich bei rund 16 Prozent.

Die Zahlen verdeutlichen die wachsende Bedeutung von Zuwanderung für den Arbeitsmarkt. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten deutschen Staatsangehörigen innerhalb eines Jahres um 10.530 auf 719.870 sank, stieg die Zahl ausländischer Beschäftigter um 5.560 auf 68.420. Im Zehnjahresvergleich hat sich ihre Zahl sogar mehr als vervierfacht.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der demografische Wandel. In den kommenden Jahren werden deutlich mehr Menschen in den Ruhestand gehen als junge Arbeitskräfte nachrücken. Viele Unternehmen sehen sich deshalb gezwungen, neue Wege bei der Personalgewinnung zu gehen.

Besonders große Unternehmen setzen bereits auf internationale Belegschaften. Während nur elf Prozent der Kleinstbetriebe mit ein bis vier Beschäftigten ausländische Arbeitskräfte beschäftigen, liegt der Anteil bei Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten bei über 99 Prozent.

Dennoch beschäftigt noch immer knapp drei Viertel der Betriebe in Sachsen-Anhalt keine internationalen Arbeitskräfte. Gründe sind häufig fehlende Erfahrungen, Unsicherheiten bei rechtlichen Fragen oder Sprachbarrieren.

Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, sieht die Entwicklung positiv: Angesichts des Fachkräftebedarfs sei der Arbeitsmarkt auf Zuwanderung angewiesen. Unternehmen, die sich für internationale Beschäftigte öffnen, investierten damit zugleich in ihre eigene Zukunft und stärkten ihre Wettbewerbsfähigkeit.

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