Skip to content
HalleSpektrum.de – Onlinemagazin aus Halle (Saale) Logo

IHK-Vollversammlung befasst sich mit Standort, Rente und Energiepolitik

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau hat sich in ihrer Sommersitzung mit zentralen wirtschaftspolitischen Themen befasst. Im Mittelpunkt standen die Standortkampagne „Unsere Wirtschaft – stark vor Ort“, die Reform der gesetzlichen Rente, die Energieversorgung sowie Erwartungen der Wirtschaft mit Blick auf die Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt.

IHK-Präsident Sascha Gläßer verwies auf die anhaltenden Belastungen vieler Unternehmen durch hohe Kosten, Bürokratie und Fachkräftemangel. Dadurch werde die Investitionsbereitschaft gebremst. Die Wirtschaft erwarte von der Politik vor allem schnellere Genehmigungs- und Planungsverfahren, weniger Bürokratie sowie bessere Rahmenbedingungen für Investitionen und die berufliche Bildung.

Breiten Raum nahm die Vorstellung der Standortkampagne „Unsere Wirtschaft – stark vor Ort“ ein. Mit ihr will die IHK vor der Landtagswahl die Bedeutung der Unternehmen für Wertschöpfung, Ausbildung, Innovation und Arbeitsplätze hervorheben. Unternehmen sollen dafür Informationsmaterialien und Faktenpapiere erhalten, um die wirtschaftspolitische Diskussion zu unterstützen. Weitere Informationen stellt die IHK auf ihrer Internetseite www.ihk.de/halle/starkvorort bereit. Der IHK-Wahldialog mit den Spitzenkandidaten der Parteien ist für den 18. August geplant.

Diskutiert wurde außerdem die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung. Gläßer sprach sich für eine Reform mit mehr Wahlfreiheit beim Renteneintritt aus. Das von ihm mitentwickelte „Hallesche Wahlrentenmodell“ sieht vor, dass Beschäftigte durch unterschiedlich hohe Beiträge einen früheren oder späteren Renteneintritt selbst mitgestalten können.

Ein weiteres Thema war das geplante Stromversorgungssicherheits- und Kapazitätengesetz des Bundes. Die IHK äußerte Kritik an der vorgesehenen Bevorzugung neuer Gaskraftwerke im Süden Deutschlands. Dadurch könnten Standorte in Ostdeutschland, darunter auch Schkopau, bei der Vergabe neuer Kraftwerkskapazitäten benachteiligt werden. Die Kammer sieht darin Risiken für Versorgungssicherheit, industrielle Entwicklung und regionale Wertschöpfung.

Schreibe einen Kommentar