Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt vor einer weiteren Anhebung des Renteneintrittsalters für Beschäftigte in körperlich besonders belastenden Berufen. Nach Angaben der Gewerkschaft sind von rund 2.310 Bauarbeitern in Halle lediglich 80 älter als 63 Jahre. Viele Beschäftigte könnten die körperlich schwere Arbeit bis zum regulären Renteneintritt nicht durchhalten.
Die Vorsitzende der IG BAU Sachsen-Anhalt Süd, Kerstin Fischer, fordert deshalb eine Flexi-Rente, die den Härtegrad der jeweiligen Tätigkeit berücksichtigt. Besonders für Bauarbeiter sowie Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft, der Gebäudereinigung oder dem Garten- und Landschaftsbau müsse es einen erleichterten Zugang in den Ruhestand geben.
Kritik übt die Gewerkschaft auch an Überlegungen, die Rente mit 63 abzuschaffen. In Halle leben nach Berechnungen des Pestel-Instituts rund 28.800 Menschen der Babyboomer-Generation, die in den kommenden zehn Jahren in den Ruhestand gehen werden. Viele von ihnen hätten bereits 45 Beitragsjahre erfüllt und dürften nicht kurz vor Rentenbeginn benachteiligt werden.
Zudem fordert die IG BAU, das Rentenniveau dauerhaft abzusichern und langfristig wieder auf mindestens 53 Prozent anzuheben. Die Bundestagsabgeordneten aus Halle und der Region ruft die Gewerkschaft auf, sich in Berlin gegen eine weitere Anhebung des Renteneintrittsalters und für eine sozial gerechte Rentenpolitik einzusetzen.