Heute meldete sich die Initiative „IG Hochwasserschutz Halle“ mit einer längeren Erklärung zu Wort. Die Initiative hatte sich 2013 gegründet, um die damalige Hochwasserpolitik der Stadt Halle kritisch zu begleiten. Dabei ging es nicht nur um den „Wiegand Deich“, den man gemeinsam mit vielen Bürgern auf dem Klageweg verhindern konnte. Statt dessen wurde eine Hochwasserschutzwand errichtet, ein Kompromiss, der allerdings nur Halle-Neustadt schützt. Danach legte die Stadt Halle offenbar die Hände in den Schoß, griff zwar noch Fördergelder ab, die jedoch in überwiegender Mehrheit nicht dem Hochwasserschutz dienten, sondern dem Neubau einer Eissporthalle, eines überdimensionierten Planetariums, der Sanierung und dem Neubau von Straßen und Brücken, die durch das Hochwasser kaum beschädigt waren. Einige der Baumaßnahmen gefährden eher noch Schutz der Bürger, die östlich des Deiches wohnen, so die Kritik der Initiative. Die Bürgerinitiative meldet sich, elf Jahre nach der Katastrophe von 2013, mit einer längeren Erklärung an die Medien und zieht Bilanz:
„Seit Jahresbeginn wechselt eine Hochwasserwarnung die andere ab. Akuter Auslöser der neuesten Gefährdung ist eine Vb-Wetterlage, wie sie auch das Hochwasser 2013 verursacht hat. Es sieht so aus, als ob Halle (Saale) noch einmal Glück hat, während die Donauanrainer in Baden-Württemberg und Bayern mit den Wassermassen kämpfen. Es wird sein wie immer: Es wird akut viel Solidarität und Unterstützung der Rettungsdienste geben, die Presse wird zahllose Berichte über die Hochwasseropfer bringen, Politiker werden in die betroffenen Gebiete reisen und Mut und Hilfe zusprechen. Zurück bleiben die Betroffenen dennoch mit einem Gefühl der Ohnmacht und Baustellen statt Wohnungen, die in der Folge viel Kraft, Geld und Mut aufzehren.
90 Millionen Euro stehen für den Hochwasserschutz im Land Sachsen-Anhalt in diesem Jahr zur Verfügung, haben Umweltminister Prof. Dr. Armin Willingmann und LHW-Direktorin Martina Große-Sudhues verkündet. Nicht nur Deiche, sondern Wasserrückhalt in der Fläche soll im Mittelpunkt stehen. Was macht also die Stadt Halle (Saale), um den Hochwasserschutz in der Stadt zu verbessern, nachdem der Deichbau nachweisbar zu einer Verschlechterung des Hochwasserschutzes der Altstadtseite geführt hat (siehe OVG 2 K 139/19). Wie sollen die Bürger und Bürgerinnen nun geschützt werden?
Diese Frage lässt sich für die IG Hochwasserschutz-Altstadt kaum beantworten. Maßnahmen zum Hochwasserschutz oder Katastrophenvorsorge sind in der Öffentlichkeit unbekannt. Die mit Steuergeldern geförderte Hochwasserschutzkonzeption der Stadt Halle (Saale), die nach Verzögerungen spätestens im Juni 2020 vorliegen sollte (so eine Antwort auf die Frage der SPD-Fraktion), ist bis heute nicht im Stadtrat aufgetaucht. Eine städtische Website mit Informationen oder zur aktiven Warnung ist stark veraltet (der Hochwasserbeirat tagte seit März 2018 nicht mehr) und nichtssagend. Die Vorhersageseiten des Landes für den Laien schwer zu interpretieren. Antworten der Stadtverwaltung (etwa am 23.11.2022 an CDU-Stadtrat Christoph Bernstiel oder am 20.12.2023 an die Fraktion Hauptsache Halle) bleiben völlig unkonkret, ausweichend und verweisen auf die Selbstvorsorge der Betroffenen. In der Beschreibung der gefährdeten städtischen Häuser (nach denen die LINKE gefragt hatte), kommen lediglich ein paar wertlose Sportanlagen vor. Die privaten Häuser der Einwohner in Klaustorvorstadt, Saline, Planena, Kröllwitz etc. spielen keine Rolle. Man fragt sich schon, woher dann eigentlich die hohen Schäden von 275 Mio. Mark im Jahr 2013 an der städtischen Infrastruktur gekommen sind.
Schlimmer geht in Halle aber immer: Im Mühlgraben wurden Bäume vernichtet und Fläche versiegelt. Im Bereich zwischen Wilder Saale und Gimritzer Damm sollte durch den Abriss der Eissporthalle und ihren Neubau aus Mitteln der Hochwasserhilfe neuer Retentionsraum entstehen. Der Bauträger hat diesen Bereich leicht abgegraben. Einen Gewinn von Retentionsraum bei der künftigen Neugestaltung des Festplatzes wurde nicht erwogen. Gleich daneben hat die Stadt Halle (Saale) aber nicht nur die Halle-Saale-Schleife beim Neubau höhergelegt, sondern türmt seit Monaten riesige Berge von Bauschutt und Erde auf. Was passiert jetzt, wenn die Vb-Wetterlage akut doch keinen Bogen um Ostdeutschland macht?
Im Sophienhafen Süd möchte die Stadt nun 135 Wohnungen ganz neu in das Überschwemmungsgebiet bauen lassen. Als der Besitzer des Grundstücks im Jahr 2023 das Gebiet komplett abriss und hoch mit Schadstoffen verseuchte Erde abfuhr, wurden keine staubmindernden Maßnahmen durchgeführt, wie im Umweltgutachten durchaus vorgesehen. Die Bürger erfuhren von dieser Verpflichtung erst 2024. Nachträgliche Beschwerden bei Herrn Rebenstorf wie bei den unteren und oberen Bodenschutzbehörden erbrachten nur die Auskünfte, alles sei völlig nach Recht und Ordnung geschehen: Weil es von der Stadt ja nominell überwacht wurde. Es hätte sich ja auch niemand beschwert. Kein Wunder, wenn man die Gefährdung und Verpflichtung erst später zur Kenntnis nehmen kann und sich mit den inhaltlichen Versäumnissen (fehlende Staubminderung) niemand beschäftigen mag. Ob nun die dünne Schotterschicht (aus Bitterfelder Industriebrachen) bei einem Hochwasser und Regen tatsächlich verhindert, dass Schadstoffe ausgeschwemmt werden? Da bleibt Skepsis zurück.
Nächstes Bravurstück wird die geplante Brücke zwischen Sandanger und Saline (Sandangerbrücke). Bereits bei einem HQ100 wird die aus Kostengründen sehr niedrig geplante Brücke zum Strömungs- und Abflusshindernis. 2013 gab es auf der Saline eine gut zu beobachtende Querströmung vom Hauptarm der Saale in den Stadtarm. Diese wird dann durch das Strömungshindernis der Sandangerbrücke bei Hochwasser verstärkt und Wasser genau in das neue Baugebiet Sophienhafen Süd und Monitor lenken. Christian Feigl (Bündnis 90/Die Grünen) versuchte noch (erfolglos), um den Erhalt der vielen Bäume zu kämpfen, die bei dieser Gelegenheit ziemlich sinnlos verschwinden werden. Die Hochwassergefahr spielte in den Diskussionen keinerlei Rolle.
Dies ist die Realpolitik oder vielleicht besser Realverwaltung abseits von akuten Hochwassergefahren. Wo bleibt eigentliche eine wirksame Kontrolle durch den LHW oder das Landesverwaltungsamt, wenn die städtischen Behörden so handeln? An Hinweisen durch gewählte politische Akteure aller Parteien und Mitgestaltungsversuchen der Einwohnenden hat es in Halle (Saale) jedenfalls nicht gemangelt.
16 comments on “„Hochwasserschutz spielt nach dem Deichbau wohl keine Rolle mehr“: Initiative kritisiert die Stadt Halle”
Es ist schon eine Ironie, dass die Stadt Halle ausgerechnet mit den verwendeten Flutmitteln auch noch die Hochwassergefahr erhöht hat.
So pauschal kann man nan das nicht sagen. Die Hochwassergefahr für Halle-Neustadt wurde sicher nicht erhöht. Für die Altstadt schon, vor allem aber wegen der Deichhöhe – die ist das eigentliche Problem. Innovative Lösungen, wie ein überströmbarer Deich in Verbindung mit einem landseitigen Hochwasserpumpwerk wurden von den Verantwortlichen (wahrscheinlich) nie in Erwägung gezogen.
Es ist sogar zu befürchten, dass in den Fall, dass ein Hochwasser die derzeitige Deichkrone zu übersteigen droht, diese mit Sandsäcken o. ä. erhöht wird. Oder gibt es eine Handlungsanweisung, die das ausdrücklich verbietet?
Das siehst Du grundsätzlich richtig, @Micha. Die Mauer ist ein Kompromiss, dafür hatte der Planfeststellungsbeschluss wenigstens vorgesehen, dass das Deichvorland im Niveau tiefer gelegt wird. Die Stadt hat sich nicht daran gehalten, und schüttet statt dessen laufend neues Material auf. Eine höhergelgte Straße, Baustoffaberlagerungen in der Abflussrinne, eine geplante Erhöhung des Parkplatzniveaus. All das ist eindeutig verboten. Und jetzt darf man gespannt sein, was als nächstes passiert. Die Stadt hüllt sich in Schweigen darüber, wo das Provisorium für den Eisdom hin soll. Man soll nicht unken, aber da kann es richtig Ärger geben, wenn die das tun, was ich nur im Hinterkopf zu denken wage.
Hochwasserschutz in Städten ist ohnehin sehr begrenzt möglich. Ähnlich schwer wie Gewitterschutz. Der eigentliche Hebel liegt vor bzw. nach den Städten. Das Volumen an Ǔberflutungsraum reicht einfach nicht. Das Konzept der Schwammstädfe ist praktisch ineffektiv, weil der natürliche Boden immer härter geworden ist und weniger Wasser aufnimmt.
Die Mauer ist kein Kompromiss. Neustadt wäre in vielerlei Hinsicht deutlich mehr betroffen.
IG Sankt-Florian ist natürlich immer betroffen. „Anwohner“ verhinderten mit vollem Einsatz den Deich, jetzt ist man halt eingeschnappt, weil sich die Vernunft durchgesetzt hat.
Vernünftiger Hochwasserschutz für den kleinen Rest im Hochwassergebiet heißt vor Halle Retentionsraum schaffen und vor allem den Abfluss bei Kröllwitz zu erhöhen. Aber klar, da heult man wegen der Sandangerbrücke und ein paar m³ Bauschutt, sonst kann man ja die gekränkte Seele nach der Niederlage gegen Neustadt gar nicht mehr trösten.
Aber gute Nachrichten für die IG „Altstadt“. In der Altstadt liegt die Hochwassergefahr weiterhin bei quasi 0.
„IG Sankt-Florian ist natürlich immer betroffen. „Anwohner“ verhinderten mit vollem Einsatz den Deich“
Eben mit Recht. Also mit Richterspruch. Das wirst Du nie verstehen, weil Du wohl einen anderen Hintergrund hast. Das hier ist ein Rechtsstaat.
Ebenso ist der Planfeststellungsbeschluss rechtswirksam, einklagbar und nicht einfach nur irgendein beliebig interpretierbares Gedicht.
Da hast Du wohl Recht, Jura war in der Schule und im Studium nur äußerst peripher vertreten. Ich werde aber noch mal suchen wo das große Mimimimimimimimimi teil des Rechtsstaates ist.
Das Recht und Moral häufig weit auseinander gehen, dass dürfte jeder Wissen aber Moral wird nicht jeder verstehen, da nicht jeder den entsprechenden Hintergrund hat.
Und es hat niemand etwas dagegen, wenn ihr 15 Monate eure Anwälte ernährt, weil irgendwer da temporär Schutt lagert. Mich interessiert es, wenn es relevant wird. Da hier aber immer was vom verminderten Ablauf geschwurbelt wird, bin ich gerne dabei das zu korrigieren.
Bei Empörung der Empörung wegen oder wegen gekränkter Egos, sei es Wiegand oder Rebenstorf, darf man sich ruhig ein wenig drüber amüsieren.
Es ist also unmoralisch, geltendes Recht durchzusetzen? Jetzt wird es aber spannend.
Nix_idee Du unterschätzt einfach die Wirkung von Retentionsraum. Nach Modellierung der Fachleute von LHW und Co. verursachen bei einem HQ 100 (momentan 847 qm/s) ganze 2 qm mehr oder weniger Durchflussmenge jeweils 1 cm mehr oder weniger Wasserstandshöhe. Da dort ganz schön viel gelagert wird, dürften das bei einem HQ 100 schon einige Zentimeter sein. Jeder Zentimeter mehr Wasser bedeutet neue Betroffene! Kann man so hinstellen, also ob das egal sei. Wer dann aber das Wasser in Keller, Wohnung oder Anlage hat, ist darüber eben nicht so erfreut wie Du. Außerdem war die IG Hochwasserschutz nie gegen den Deich. Das ist einfach eine völlig falsche Darstellung deinerseits.
Es geht nicht nur um Retentionsraum, sondern den eingeengtren Strömungsquerschnitt für den Hochwasserabfluss. Und das kann, weil die ursprüngliche Strömungsquerschnitt an den jetzt zugbauten Abschnitten recht hoch war, zu einigen cm mehr Wasserstand führen. Deshalb ist es halt verboten, in überschwemmungsgebiten Gelände aufzuschütten. Da gab es schon heftige Gerichtsurteile bei viel leichteren Fällen.Und das gilt auich für „temporäre“ Ablagerungen (die da jetzt schon 12 Monate herumliegen) und nach wie vor mehr werden.
Was denn nun Durchflussmenge oder Retentionsraum, wenn die „Experten“ schon bei Grundbegriffen scheitern, sagt das alles,
Retentionsraum nimmt einfach Wasser auf (und lässt es in der akuten Zeit in vernachlässigbaren Bereich versickern). Retentionsraum in der Stadt ist weitgehend Sinnlos. Will man den Durchfluss erhöhen, muss man das Nadelöhr bekämpfen, dass ist alleine Kröllwitz.
Wenn ich aber irgendwo im Retentionsraum (also am Rand nicht als Damm) ein paar m³ Erde hin schütte, dann verdrängt es genau sein Volumen (ganz wichtig, bis zum Pegel). Jetzt darf man mit Gefälle etc. mal rechnen was die paar m³ dort ausmachen. Ich wette ein Bier, dass es weniger als 1cm ist.
Aber wer Durchflussmenge in Quadratmeter angibt, ist offensichtlich sowas von Ahnungslos. Also entweder Fließquerschnitt oder den Durchfluss in m³/s, wenn man wenigstens mal einfaches Schulwissen verinnerlicht, muss man nicht so laut herumheulen.
Trollen und zündeln kannst du ja ganz gut, das mit dem Zusammenhang von Retentionsraum und Durchflussmenge hast aber leider Du nicht verstanden bzw. in Physik nicht aufgepasst: Da wo nämlich ein Körper ist (Erdhaufen) kann kein anderer Körper (Wasser) sein. Entweder wird das Wasser dann zurückgehalten (Strömungshindernis, Aufstauung) und es erhöht sich die Wasserspiegellage oder die Strömungsgeschwindigkeit wird erhöht. Beides ist verboten. Und natürlich meinte ich Kubikmetern und nicht Quadratmetern, auch wenn ich die falsche Abkürzung gewählt habe. Ist aber natürlich zu viel von Dir erwartet, das ruhig zu nehmen.
„Will man den Durchfluss erhöhen, muss man das Nadelöhr bekämpfen, dass ist alleine Kröllwitz.“
Das stimmt definitiv nicht. Denn sonst würde die Saale an der besagten Stelle, also Wilde Saale/Festplatz, bei Hochwasser nicht fließen. Dem war aber bei Hochwasser 2013 nicht so, hierzu gibt es Messungen der Fließgeschwindigkeit und des Wasserabflusses bei Hochwasser 2013. Und es gibt Videoaufnahmen. 10% des Abflusses erfolgten übrigens – nach Unterlagen , die auch der Stadt Halle vorliegen – über die Abflussrinne, die jetzt zugebaut wurde.
Ich weiß nicht, ob du mal in Deiner Jugend mit Elektrotechnik beschäftigt hast, oder Radios gebastelt hast. Dann stelle Dir vor: ein Stromkreis mit einem Widerstand R1= Kröllwitz, mit meinetwegen 1000 Ohm. Dan schaltest du davor eine zweiten, schwächeren Widerstand, den nennen wir Eissporthalle 1 (=R2). Der hat meinetwegen nur 50 Ohm. Vor und hinter dem Widerstand nimmst du die Spannung ab. Frage: um wie viel erhöht sich die Spannung, wenn ich den Widerstand R2 von 50 auf 100 erhöhe?
Ach feldstudien, dann geh mal in die Natur, such dir einen schönen Bach. Such Dir eine verbreiterte Stelle oder Buddel Dir den Retentionsraum, Dann misst Du den Durchfluss nach der breiten Fläche. Danach legst Du in den deutlich verbreiterten Bereich einen Stein. Dann misst Du was passiert, wird sich der Abfluss an der vorher gemessen Stelle verringern?
Was passiert ist natürlich, dass sich der Wasserstand im breiten Bereich minimal erhöht, Wirst Du aber gar nicht messen können, wenn der Bereich groß genug ist, wie in Halle.
Wer sich die Karten von Halle anschaut sieht auch, der Bauschutt liegt direkt nach einer Verengung ganz linlks (westlich) am Rand bei dem NEBENarm der Saale.
Übrigens der Raum zwischen Magistrale und Kröllwitzbrücke macht mal schnell per Google Maps überschlagen geschmeidige 1,5km² aus. Wenn man jetzt mal zwei Fußballfelder am Sandanger mit Bauschutt füllen würde, wären das 0,015km². Das Wasser würde sich dann also je nach Pegelhöhe u.a. dort munter verteilen.
An der Kröllwitzbrücke wird man dank Messungenauigkeit keinerlei Veränderung am Abfluss merken. Die Strömung im verengten Abschnitt wird auch nur im nicht messbaren Bereich erhöht.
Und hei-wu, nettes Beispiel. Die Prinzipien dahinter passen fast, nur hast Du das Beispiel falsch gewählt.
Ich mache es mal etwas extremer, Du hast im Garten eine Pumpe mit 7,4 kW, das Kabel zu Pumpe hat 4mm² Leiterquerschnitt, das Kabel zur Steckdose auch. Jetzt frisst der Fuchs 1m von deinem Kabel. Jetzt hast Du in der Garage noch 1m Kabel mit 20mm² Leiterquerschnitt liegen und packst es dazwischen. Da jetzt Widerstände in einzelne Litzen einlöten anstrengend ist, sagen wir mal Du gehst mit dem Rasenmäher zu nah an die dicke Stromleitung und säbelst da rein, jetzt nimmst Du vorbildlich Isolierband und wickelst es um das Kabel, es hat jetzt leider auf ein paar mm Länge nur noch einen Leiterquerschnitt von 15mm². Was passiert? Merkst Du an der Pumpe irgendwas? Oder sucht sich der Strom einfach andere Wege? In dem vormals 20mm² wird man sogar einen Unterschied merken. Bei genug Länge sicher auch im Gesamtsystem (Leitungsverluste).
Das Wasser sucht sich auch in Halle den einfachsten Weg. Wenn am Rande einer Verbreiterung ein bissel Schutt liegt, dann strömt es lokal halt etwas schneller und wie gesagt durch die Verdrängung erhöht sich der Pegel lokal etwas (also bei dem Querschnitt an der Peißnitz wohl nicht messbar). Am großen Hindernis Kröllwitzbrücke wird man auch nichts messen können. Da kann man bestimmt mit vielen Kommastellen was in der Theorie berechnen. Will man den Pegel in Halle merkbar senken bei einem Extremereignis, dann muss man in Kröllwitz ansetzen (oder vor Halle den Durchfluss begrenzen aber da bedanken sich andere). Und bei der geringen Fläche in Halle, ist der Retentionsraum auch schnell voll und verliert somit seine eigentliche Wirkung.
Bravo! Die alberne Diskussion um den Millimeter endlich verlassen.
Jetzt noch Abflussquerschnitt bei Hochwasser und Retentionsräume unterscheiden. Die haben nichts miteinander zu tun.
Der Schuttberg an sich dürfte nicht das Problem sein. Die fehlende, obwohl versprochene Abtragung schon eher.
Kommt der Schuttberg im Hochwasserfall nach Auskolkung an der Rückseite ins Rutschen und lagert sich an ungünstiger Stelle wieder ab, könnte es ein erhebliche Schadensursache werden. Große Schäden entstehen (Siehe Ahrtal und jüngst Manching), wenn große Wassermassen in Bewegung kommen und ihre nicht mehr kontrollierbare Gewalt entfalten.
Wenn man solche Experten in der Strömungslehre hat wie Nixidee, dann ist der LHW eigentlich als Behörde überflüssig. Man fragt sich allerdings, warum diese Behörde die Stadt aufgefordert hatt, die Schutthaufen unverzüglich zu entfernen.