Der Oktober galt einst als stiller Nachhall des Sommers, als Zeit der letzten Reisen, der klaren Tage und der vertrauten Wege. Auch im Oktober 2025 zeigte sich der Tourismus in Sachsen-Anhalt in diesem ruhigen, beinahe verhaltenen Licht. Wie das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mitteilt, gingen die Gästeankünfte und Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahresmonat leicht zurück.
Rund 313.100 Gäste kamen im Oktober in die Beherbergungsbetriebe des Landes, knapp 790.600 Übernachtungen wurden gezählt. Das entspricht einem Minus von 0,3 Prozent bei den Gästeankünften und 2,3 Prozent bei den Übernachtungen gegenüber Oktober 2024. Der überwiegende Teil der Reisenden – 94,2 Prozent – kam weiterhin aus dem Inland. Sowohl bei inländischen Gästen als auch bei Übernachtungen zeigte sich hier ein leichter Rückgang. Gäste aus dem Ausland legten zwar minimal zu, blieben jedoch kürzer.
Auch die Struktur des Angebots spiegelt diesen Herbst der leisen Töne wider. Von den erfassten Beherbergungsbetrieben waren 1.031 geöffnet, etwas weniger als im Vorjahr. Die Bettenauslastung lag bei 34,2 Prozent, die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank von 2,6 auf 2,5 Tage – ein Zeichen dafür, dass viele Besuche kürzer, flüchtiger geworden sind.
Unterschiedlich fiel die Entwicklung je nach Betriebsart aus. Während Ferienzentren, Erholungs- und Ferienheime sowie Ferienhäuser und -wohnungen deutliche Zuwächse verzeichneten, mussten vor allem Gasthöfe starke Rückgänge hinnehmen. Auch Hotels und Pensionen meldeten weniger Gäste und Übernachtungen. Hier zeigt sich ein Strukturwandel, der sich bereits seit Jahren andeutet: Weg von der klassischen Übernachtung, hin zu flexibleren, freizeitorientierten Angeboten.
Regional verlief die Entwicklung ebenfalls uneinheitlich. Der Harz und das Harzvorland konnten bei den Gästeankünften zulegen, verzeichneten jedoch weniger Übernachtungen. In den Regionen Halle, Saale, Unstrut sowie der Altmark gingen sowohl Gästezahlen als auch Übernachtungen spürbar zurück. Leichte Lichtblicke zeigten sich in Anhalt-Wittenberg und in der Region Magdeburg, Elbe-Börde-Heide, wo zumindest einzelne Kennzahlen stabil blieben.
Im Blick auf das gesamte Jahr bestätigt sich dieser Trend der Zurückhaltung: Von Januar bis Oktober 2025 lagen die Gästeankünfte mit 2,93 Millionen knapp unter dem Vorjahresniveau, die Übernachtungen mit 7,16 Millionen sogar um 2,0 Prozent darunter. Es ist kein Einbruch, eher ein langsames Abflauen – wie es der Herbst seit jeher kennt.
Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Monatserhebung im Tourismus (Beherbergungsstatistik), Pressemitteilung Nr. 367/2025 vom 19. Dezember 2025.