Halle (Saale) – Die regionale Handwerkskonjunktur im ersten Quartal 2026 zeigt eine gemischte Lage: Zwar stieg der Geschäftslageindex leicht von 22 auf 24 Punkte im Vergleich zum Vorquartal, doch im Jahresvergleich liegt er deutlich niedriger (minus 10 Punkte). Die wirtschaftliche Stimmung im Handwerk bleibt angespannt, wie die Handwerkskammer Halle berichtet.
Besonders spürbar ist der Umsatzrückgang: Von Januar bis März 2026 sank der Umsatz der Betriebe um 16 Prozent. Bauhauptgewerbe (-24 %) und Ausbauhandwerke (-19 %) waren besonders betroffen, während das Kfz-Handwerk stabil blieb. Beschäftigungszahlen zeigen ebenfalls eine rückläufige Tendenz: 57.000 Personen waren im Handwerksbereich beschäftigt, 500 weniger als im Vorquartal.
Die Auftragsreichweite stieg leicht auf durchschnittlich 8,3 Wochen, die Auslastung der Betriebe blieb mit 78 Prozent stabil. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Halle stieg minimal auf 12.775, zeigt jedoch einen Jahresrückgang von 85 Betrieben. Besonders deutlich ist die Strukturverschiebung: mehr zulassungsfreie Handwerke (+152) und weniger zulassungspflichtige Betriebe (-264).
Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle, kommentiert: „Weltpolitische Einflüsse und bereits vorhandene Probleme kumulieren schwierige Zeiten für das Handwerk. Eine Frühjahrsbelebung fällt in diesem Jahr aus.“