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Handwerk in der Region: Baubranche belebt sich, Optimismus bleibt aus

Das regionale Handwerk bleibt im zweiten Quartal 2026 in schwieriger Lage. Zwar sorgte die saisonale Belebung im Baugewerbe für steigende Umsätze, insgesamt bleibt die Stimmung jedoch gedrückt. Der Geschäftslageindex der Handwerkskammer Halle sank gegenüber dem Vorquartal um vier Punkte auf plus 20 und liegt damit auch vier Punkte unter dem Vorjahreswert.

Für die kommenden Monate sind die Betriebe weiterhin pessimistisch. Der Index der Geschäftserwartungen liegt bei minus 9. Nur fünf Prozent der Unternehmen rechnen mit einer Verbesserung, 21 Prozent erwarten dagegen eine Verschlechterung. Lediglich im Ausbauhandwerk fällt die Erwartung weniger negativ aus.

Als Gründe nennt die Handwerkskammer die schwache Industriekonjunktur, die vor allem die Handwerke für den gewerblichen Bedarf belastet, sowie die zurückhaltende Konsumstimmung. Auch die weltweiten Krisen dämpften die Erwartungen. Die staatlichen Investitionsprogramme zeigten aus Sicht des Handwerks bislang nur geringe Wirkung. „Trotz struktureller Wirtschaftsprobleme fehlt ein wirkendes Konzept zur deutlichen Verbesserung der Wirtschaftslage, damit der Optimismus zurückkehrt“, sagt Kammerpräsident Thomas Keindorf.

Bei den Umsätzen gab es nach dem schwachen Jahresauftakt eine deutliche Erholung. Zwischen April und Juni stiegen sie um 17 Prozent. 45 Prozent der Betriebe meldeten höhere Umsätze, 25 Prozent verzeichneten Rückgänge. Die durchschnittliche Auslastung blieb mit 78 Prozent auf dem Niveau des Vorquartals, lag aber deutlich unter dem Vorjahreswert von 81,7 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten im Kammerbezirk blieb mit rund 57.000 stabil. Gegenüber dem Vorjahr sind es allerdings 1.000 Beschäftigte weniger. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe stieg binnen drei Monaten um 46 auf 12.821, liegt aber weiterhin 69 unter dem Vorjahresstand.

Dabei setzt sich der Strukturwandel fort. Die Zahl der zulassungspflichtigen Handwerksbetriebe sank innerhalb eines Jahres um 247. Gleichzeitig kamen 159 zulassungsfreie und 19 handwerksähnliche Betriebe hinzu.

Die meisten Betriebe gibt es im Kammerbezirk bei den Friseuren (963), gefolgt von Kosmetikern (926), Kfz-Technikern (857) und Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern (855). Regional liegt der Saalekreis mit 2.268 Handwerksbetrieben an der Spitze, vor dem Burgenlandkreis (2.222), Anhalt-Bitterfeld (1.845) und Halle (1.803).

Quelle: Handwerkskammer Halle, Konjunkturbericht 2. Quartal 2026

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