Im Rahmen des Programms Smart City Halle (Saale) ist das Projekt „Klimasensorik im Lutherviertel“ offiziell gestartet. Ziel ist es, neue Ansätze für ein nachhaltiges und wassersensibles Stadtklima zu entwickeln und zu testen. Partner des Projekts sind die Stadtwerke Halle, das Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft (KZWW), der Bauverein Halle & Leuna sowie das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).
Im Zentrum des Vorhabens steht die Frage, wie Regenwasser effizient genutzt und gleichzeitig die Belastung der städtischen Kanalisation verringert werden kann. Dabei kommt moderne Sensorik zum Einsatz: Bodenfeuchte, Wasserstände, Niederschlag, Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden in Echtzeit gemessen und ausgewertet. Die Datenübertragung erfolgt über das LoRaWAN-Netz der Stadtwerke-Tochter EVH GmbH.
Drei zentrale Ziele
Das Projekt verfolgt drei Hauptziele:
- Städtische Begrünung stärken: Regenwasser soll lokal zurückgehalten werden, um die Vegetation auch in Trockenzeiten zu sichern.
- Mikroklima verbessern: Verdunstung kühlt die Umgebung und steigert die Aufenthaltsqualität.
- Kanalüberlastungen vermeiden: Der Abfluss in die Kanalisation soll um bis zu 25 Prozent reduziert werden.
Lutherviertel als Testgebiet
Das Lutherviertel dient als Pilotgebiet. Bereits seit 2018 hat der Bauverein Halle & Leuna dort erste Höfe umgestaltet. Erste Ergebnisse zeigen, dass sich der Abfluss von Regenwasser um bis zu 50 % verringert hat. Zudem konnten die Temperaturen in begrünten Innenhöfen an heißen Tagen um bis zu zwei Grad Celsius gesenkt werden.
„Wir möchten mit diesem Projekt nicht nur innovative technische Lösungen erproben, sondern auch konkrete Verbesserungen für die Menschen im Quartier erzielen“, sagt Sandra Bier von der Unternehmensentwicklung der Stadtwerke Halle. Auch Jörg Schulze (KZWW) und Guido Schwarzendahl (Bauverein Halle & Leuna eG) betonen die ökologische und wohnqualitative Bedeutung des Projekts.
Modell für andere Städte
Langfristig soll „Klimasensorik im Lutherviertel“ auch als Vorbild für andere Städte dienen. Die vom UFZ erstellte Potenzialstudie bewertet die Übertragbarkeit der Maßnahmen auf andere Stadtteile und Kommunen. Die Stadt Halle versteht sich dabei als Modellkommune für eine integrierte, datenbasierte Stadtentwicklung, die auch bundesweit Impulse setzen kann.
Hintergrund: Smart City Halle (Saale)
Das Projekt ist Teil der Smart City-Strategie der Stadt Halle, die sich 2021 erfolgreich als Modellkommune qualifiziert hat. Drei Handlungsfelder werden derzeit umgesetzt: HAL-Plan, Smart HaNeu und Integrierte Mobilität, letzteres unter der Federführung der Stadtwerke Halle-Gruppe.
Ziel ist eine strategische, sektorenübergreifende Nutzung digitaler Technologien für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Weitere Informationen:
🌐 www.smartes.halle.de
Kurzinfo: Projektpartner
- Kompetenzzentrum Wasserwirtschaft (KZWW): Forschungsnetzwerk für nachhaltige Wasserbewirtschaftung
- Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ): Wissenschaftliches Institut für Umweltlösungen
- Stadtwerke Halle / EVH GmbH: Technologische Umsetzung und Dateninfrastruktur
- Bauverein Halle & Leuna eG: Wohnungswirtschaftlicher Partner mit Erfahrung in grüner Quartiersentwicklung
2 comments on “Halle will „wassersensibel“ werden: Pilotprojekt zur Klimasensorik im Lutherviertel gestartet. Stadt testet neue Wege für klimaangepasste Stadtentwicklung mit Smart-City-Technologien”
Die „Wassersensibilität“ ist allerdings bei Rebenstorf nicht angekommen. Beispiel: rechtswidrige Geländeerhöhungen und Straßenbauten im Überschwemmubgsgebiet Saaleaue, sinnlose Fahrradrampe an der Elisabethbrücke, Flächenversiegelungen für Parkplätze, Steinschüttungen am Saaleufer ….
Messen die Sensoren nur oder steuern die auch. Ohne letzteres kein Smart.