Einen Tag vor der Sondersitzung des Stadtrats Halle (Saale) bei dem über die Suspendierung des Oberbürgermeisters Dr. Bernd Wiegand im Zusammenhang mit dem Impfskandal in Halle entschieden werden soll, wurde bekannt, dass die ihn unterstützende Fraktion „Hauptsache Halle“ sich mit den beiden bisher fraktionslosen Stadträten Johannes Menke und Gernot Nette (Freie Wähler) zusammengeschlossen hat und somit eine gemeinsame Fraktion bildet.
Gernot Nette, nun neues Mitglied der Fraktion, war in der
Vergangenheit für die rechtsextreme AfD politisch
aktiv und trat bei LEGIDA auf – von den rechtsextremen Positionen
hat er sich bis heute nicht glaubhaft distanziert.
Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage hatte erst im
Februar die Freien Wähler aufgefordert
<https://www.halle-gegen-rechts.de/service/432-pressemitteilung-%E2%80%93-29-januar-2020.html>,
sich von Nette zu distanzieren. Damals hatte er mit einer Reihe
unzulässiger Anträge und Provokationen eine digitale Sitzung des
Stadtrats zum Abbruch gebracht. Nach Berichten der Mitteldeutschen
Zeitung war er wegen mehrerer Einträge im polizeilichen
Führungszeugnis nicht mehr in die Fraktion der AfD aufgenommen
worden, danach hatte er auch die Partei verlassen. Mit dem
Zusammenschluss von Hauptsache Halle und den Freien Wählern erhält
die gemeinsame Fraktion mehr Gelder, Sitze in Aufsichtsgremien und
Ausschüssen.
„Gernot Nette kommt politisch aus dem Rechtsextremismus“, betont
Valentin Hacken, Sprecher von Halle gegen Rechts. „Dass nun nicht
mehr nur die Freien Wähler, sondern auch die den
Oberbürgermeister
unterstützende Fraktion auf eine Person setzt, bei der bis heute
kein Ausstieg aus dem Rechtsextremismus erkennbar ist, ist
untragbar“, so Hacken weiter. Bisher hatte sich der
Oberbürgermeister vielfach gegen
die extreme Rechte in Halle engagiert, seit Jahren auch Aktionen
von Halle gegen Rechts unterstützt. „Wir erwarten von den
Mitgliedern von Hauptsache Halle und ihren Stadträtinnen und
Stadträten, was von allen
demokratischen Fraktionen zu erwarten ist, nämlich die klare und
eindeutige Abgrenzung von der extremen Rechten“, so Valentin
Hacken, Sprecher von Halle gegen Rechts.
Das Bündnis befürchtet, dass wenn Hauptsache Halle bei seiner
Entscheidung bleibe, die Arbeit gegen Rechtsextremismus in Halle
langfristig geschwächt würde. „Dieser Zusammenschluss würde der
extremen
Rechten insgesamt nutzen“, führt Hacken aus, „denn Hauptsache Halle
ebnet damit Personen aus dem Rechtsextremismus den Weg in
demokratische Zusammenschlüsse“. Damit öffne sich nach den in Halle
vergleichsweise kleinen Freien Wählern nun eine Fraktion nach
rechts.
(Quelle: PM Halle gegen Rechts, Valentin Hacken)
One comment on “Halle gegen Rechts kritisiert Wiegand-Unterstützer für ihre Öffnung nach Rechtsaußen”
Wenn man jetzt noch wüßte, auf wem sich RRG in Thüringen stützte, würde man den Ball flach halten.