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Halle fast Schlusslicht beim Bürgerservice – CDU fordert rasche Reformen und Dokumentenausgabebox


Ein besorgniserregendes Zeugnis stellt eine aktuelle bundesweite Auswertung dem Bürgerservice der Stadt Halle (Saale) aus: Unter den 50 größten deutschen Städten landet Halle auf dem vorletzten Platz. Nur das Bürgeramt in Darmstadt schneidet noch schlechter ab. Die CDU-Stadtratsfraktion sieht dringenden Handlungsbedarf und fordert von der neuen Stadtspitze schnelle und sichtbare Verbesserungen – darunter die Einführung einer sogenannten Dokumentenausgabebox.

Die Untersuchung basiert auf über 70.000 Google-Bewertungen zu den Bürgerservicestellen in ganz Deutschland und wurde vom Portal „onlinecasinosdeutschland.com“ durchgeführt. Die Ämter in Halle erhielten dabei lediglich eine durchschnittliche Bewertung von 2,6 von fünf möglichen Punkten – ein Ergebnis, das auch die CDU-Fraktion im Stadtrat als alarmierend einstuft.

„Dass Halle beim Bürgerservice fast Schlusslicht im Bundesvergleich ist, ist ein unhaltbarer Zustand“, erklärt Fraktionsvorsitzender Christoph Bernstiel. „Der neue Oberbürgermeister muss das Thema zur Chefsache machen. Wir erwarten ein Umdenken in der Verwaltung – und zwar sofort.“ Die CDU verweist auf die zentrale Bedeutung der Bürgerservicestellen als erste Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger. Längere Wartezeiten, kaum verfügbare Termine und eine als unfreundlich empfundene Atmosphäre sorgten für großen Frust und erschwerten den Alltag vieler Menschen.

Als kurzfristige Entlastung schlägt die CDU die Einführung einer Ausgabebox für Dokumente wie Personalausweise oder Reisepässe vor. Ein solches System sei in vielen anderen Städten – darunter auch Magdeburg – längst etabliert. „Wer nur seinen Ausweis abholen will, sollte dafür nicht einen neuen Termin brauchen. Eine Ausgabebox spart Zeit und entlastet das Personal“, so Stadträtin Claudia Schmidt.

Bereits im Frühjahr 2024 hatte die CDU-Fraktion auf zunehmende Beschwerden aus der Bevölkerung reagiert und Anfragen zur Terminsituation im Einwohnermeldeamt gestellt. Damals verwies die Verwaltung auf eine gestiegene Nachfrage infolge geänderter gesetzlicher Regelungen – etwa zur Einbürgerung oder zur Ausweispflicht für Großbritannien-Reisen. Diese Herausforderungen beträfen jedoch bundesweit alle Kommunen. Dass 48 Städte dennoch besser abschneiden als Halle, zeige laut CDU, dass man sich nicht mit Ausreden zufriedengeben dürfe.

Besonders kritisch sieht die CDU eine Stellungnahme der Verwaltung vom März 2025, in der es hieß, es gebe „keine erkennbaren Defizite“ und das Feedback zur Freundlichkeit sei „durchweg positiv“. Für die CDU ist das eine Fehleinschätzung mit Folgen. „Die Realität, wie sie nun schwarz auf weiß vorliegt, spricht eine andere Sprache. Es ist höchste Zeit, dass die Kritik ernst genommen wird“, so Bernstiel.

Die CDU fordert nun konkrete Vorschläge der Stadtverwaltung zur Neuorganisation des Bürgerservice und eine stärkere Ausrichtung an den tatsächlichen Bedürfnissen der Bevölkerung. Es gehe nicht um Schuldzuweisungen, sondern um die Rückgewinnung von Vertrauen – und um die Würde eines funktionierenden öffentlichen Dienstes.

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