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Gürtelrose-Impfung: Hohe Lücke trotz bester Quote – BARMER-Report mahnt

Wie ein vertrauter Ruf aus früheren Tagen klingt die Warnung, die der neue BARMER-Arzneimittelreport 2025 in das Land sendet: In Sachsen-Anhalt, wo man seit jeher auf Vorsorge und Verlässlichkeit vertraute, bleibt die Impflücke bei Herpes zoster groß. Rund 560.000 Menschen über 60 Jahre – fast 70 Prozent der Anspruchsberechtigten – tragen keinen vollständigen Schutz gegen die gefürchtete Gürtelrose, obwohl die Impfung empfohlen und erstattet wird.

„Die Impfung senkt das Risiko erheblich, doch die Quote ist trotz guter Landeswerte zu niedrig“, betont Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der BARMER. Zwar liegt Sachsen-Anhalt mit 29,3 Prozent bundesweit an der Spitze, doch auch dieser Spitzenplatz zeigt vor allem eines: Das Land steht besser da als andere – aber noch lange nicht gut.

Wie schon zu Großmutters Zeiten weiß man: Krankheit trifft die Schwächeren zuerst. Vor allem ältere Menschen sind betroffen. Die über 60-Jährigen erkranken laut Report 58 Prozent häufiger als Jüngere, und mit jedem weiteren Lebensjahr wächst die Gefahr von Komplikationen – bis hin zu Schäden am Sehnerv oder langanhaltenden Nervenschmerzen. „Mit einer Impfung ließe sich vieles verhindern“, mahnt Prof. Dr. Thomas Frese von der Universitätsmedizin Halle.

Groß sind auch die Unterschiede zwischen den Hausarztpraxen: Die Impfquoten schwanken zwischen 0 und 88 Prozent. Ein Bild, das an alte Zeiten erinnert, in denen Fürsorge nicht selbstverständlich war. „Impfschutz darf kein Zufall sein“, so Dziuk. Nun wird diskutiert, das Gesundheitsziel „Impfen“ im Land auf Erwachsene auszudehnen – ein Schritt, der die Lücke schließen könnte.



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