Nach den Umstellungen infolge der Grundsteuerreform haben die Kommunen in Sachsen-Anhalt im ersten Quartal 2026 wieder höhere Grundsteuereinnahmen erzielt als vor der Reform. Das teilte das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt mit.
Die Gemeinden nahmen in den ersten drei Monaten des Jahres 62,8 Millionen Euro aus der Grundsteuer B für bebaute und unbebaute Grundstücke ein. Das waren 3,5 Prozent mehr als im ersten Quartal 2024. Knapp die Hälfte der Kommunen (48,2 Prozent) verzeichnete höhere Einnahmen als im Vergleichszeitraum, während 51,8 Prozent geringere Einzahlungen meldeten.
Deutlich stärker fiel der Anstieg bei der Grundsteuer A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe aus. Hier summierten sich die Einzahlungen auf 7,9 Millionen Euro und lagen damit 29,4 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals 2024. In rund zwei Dritteln der Gemeinden wurden höhere Einnahmen registriert.
Im Jahr 2025 waren die Grundsteuereinnahmen zunächst gesunken. Hintergrund waren die Auswirkungen der bundesweiten Grundsteuerreform, die neue Grundsteuermessbescheide und die Festsetzung neuer Hebesätze durch die Kommunen erforderlich machte. Dadurch gingen die Einzahlungen bei der Grundsteuer B 2025 um 13,6 Millionen Euro beziehungsweise 5,3 Prozent zurück. Bei der Grundsteuer A betrug das Minus 1,7 Millionen Euro oder 6,9 Prozent.
Das Statistische Landesamt weist darauf hin, dass die Kassenstatistik alle tatsächlich eingegangenen Zahlungen erfasst. In den Einnahmen des ersten Quartals 2026 können daher auch Nachzahlungen für das Jahr 2025 oder frühere Jahre enthalten sein.
Eine Grundsteuer C für baureife, aber unbebaute Grundstücke wurde im Jahr 2025 von keiner Gemeinde in Sachsen-Anhalt erhoben.