Halle (Saale). Angesichts zunehmender Hitzewellen fordert der hallesche Stadtrat und Landtagsabgeordnete Wolfgang Aldag (Bündnis 90/Die Grünen) eine konsequente Klimaanpassung der Innenstadt sowie eine dauerhafte finanzielle Unterstützung durch Bund und Land. Klimaanpassung dürfe nicht bei Konzepten stehen bleiben, sondern müsse mit ausreichenden Fördermitteln für die Kommunen hinterlegt werden.
Als Anlass verweist Aldag auf den außergewöhnlich heißen Sommer 2026. Nach vorläufigen Messungen wurden Ende Juni in Möckern-Drewitz 41,8 Grad Celsius registriert. Zugleich schätzt das Robert Koch-Institut bundesweit rund 5.100 hitzebedingte Todesfälle im ersten Halbjahr. Nach Ansicht des Grünen-Politikers werden Hitzewellen infolge des Klimawandels künftig häufiger und intensiver auftreten.
Kritisch sieht Aldag die bisherige Stadtentwicklung in Halle. Bei Straßenbauprojekten wie der Rathausstraße oder der Gustav-Anlauf-Straße seien nach seiner Darstellung keine zusätzlichen Baumpflanzungen vorgesehen worden. Jede Sanierung ohne neue Begrünung sei eine verpasste Chance, die Innenstadt langfristig lebenswerter und widerstandsfähiger gegen Hitze zu machen.
Zur Begründung verweist Aldag auf Untersuchungen des Deutschen Wetterdienstes und des Landesamtes für Umweltschutz. Aufgrund des hohen Versiegelungsgrades entstehe in der Innenstadt nur wenig Kaltluft. Für die nächtliche Abkühlung seien daher innerstädtische Grünflächen sowie die Kaltluftentstehungsgebiete im Umland von besonderer Bedeutung.
Zugleich erinnert Aldag daran, dass Klimaanpassung seit Inkrafttreten des Bundes-Klimaanpassungsgesetzes im Juli 2024 bei öffentlichen Planungen berücksichtigt werden müsse. Sachsen-Anhalt arbeite derzeit an einem Ausführungsgesetz, das die Erstellung kommunaler Klimaanpassungskonzepte regelt. Nach Auffassung Aldags fehle jedoch bislang eine verlässliche Finanzierung der konkreten Maßnahmen.
Der Grünen-Politiker unterstützt deshalb die Forderung der kommunalen Spitzenverbände nach einer dauerhaften Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern für Klimaschutz und Klimaanpassung. Zudem spricht er sich für eine Fortführung und Aufstockung des Landesförderprogramms „Sachsen-Anhalt Klima III“ aus. Gefördert werden daraus unter anderem Entsiegelung, Begrünung und Beschattung öffentlicher Flächen.
Als kurzfristig wirksame Maßnahmen nennt Aldag Fassadenbegrünungen, zusätzliche Bäume, öffentliche Trinkbrunnen, schattige Sitzgelegenheiten sowie Sonnenschutz an Haltestellen. Kühler und schattiger öffentlicher Raum sei angesichts zunehmender Hitzebelastungen nicht nur eine Frage der Stadtgestaltung, sondern der Gesundheitsvorsorge.
Quelle: Pressemitteilung von Wolfgang Aldag (Bündnis 90/Die Grünen), 17. Juli 2026.