Halle (Saale), 12. Mai 2026 – Zur Debatte über die Empfehlungen der Enquete-Kommission des Landtags zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk äußert sich Dorothea Frederking, medienpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Sachsen-Anhalt, kritisch gegenüber den Vorschlägen der CDU:
„Öffentlich-rechtliche Medien sind unverzichtbar für unsere Demokratie. In Zeiten von Desinformation, der Dominanz internationaler Tech-Plattformen und wachsendem Vertrauensverlust brauchen wir starke, unabhängige und regionale Angebote“, betont Frederking.
Sie warnt vor den Plänen der CDU, den MDR durch Vorschläge wie die Reduzierung auf einen Sender oder die Streichung der ARD als nationalen Sender zu schwächen. Reformen müssten transparent innerhalb der Kommission diskutiert werden, statt als medienpolitische Show nachträglich präsentiert zu werden. Auch die Debatte um Gehaltsdeckelungen von Spitzenkräften sei kein neues CDU-Thema, sondern seit Jahren Bestandteil grüner Initiativen.
Frederking kritisiert zudem unrealistische Versprechen zur Beitragssenkung: „Der MDR muss seine Angebote finanzieren können. Schon die nicht realisierte Anhebung um 58 Cent hätte Einsparungen von 160 Millionen Euro bedeutet. Ohne geplante moderate Erhöhung drohen zusätzliche Kürzungen von rund 30 Millionen Euro, insgesamt 220 Millionen Euro bis 2028.“
Die Grünen setzen auf Reformen mit klaren Regeln, Transparenz und digitaler Modernisierung, warnen aber vor „Gebührenpopulismus“ und Einsparungen, die Medienvielfalt und journalistische Leistungen gefährden würden. „Reformen ja. Kaputtsparen nein. Wer den öffentlich-rechtlichen Rundfunk schwächt, schwächt die demokratische Öffentlichkeit“, so Frederking abschließend.