Die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen-Anhalt warnt vor finanziellen Mehrbelastungen im Schienenpersonennahverkehr durch die mögliche Aufhebung der sogenannten Trassenpreisbremse. Nach Einschätzung der Fraktion könnten dem Land dadurch jährlich rund 35 Millionen Euro zusätzliche Kosten entstehen.
Die mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Cornelia Lüddemann, betonte, steigende Kosten im Bahnverkehr wirkten sich unmittelbar auf die Lebensrealität vieler Menschen aus. Betroffen seien insbesondere Pendler, Auszubildende sowie Familien und ältere Menschen, die auf einen bezahlbaren und verlässlichen Nahverkehr angewiesen seien. Mobilität sei insbesondere in einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe.
Nach Ansicht der Fraktion müssten die zusätzlichen finanziellen Belastungen durch den Bund ausgeglichen werden. Andernfalls drohten Einschränkungen bei Taktfrequenzen, Ticketpreisen und der Verlässlichkeit von Verbindungen zwischen Stadt und ländlichem Raum. Langfristig fordern die Grünen eine Reform der Trassenpreisstruktur, um den Schienenverkehr zu stärken und die Verkehrswende nicht zu gefährden.
Ziel sei ein Nahverkehrssystem, das für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich und bezahlbar bleibt. Mobilität dürfe nach Ansicht der Fraktion nicht vom Einkommen abhängig sein, sondern müsse als Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe gesichert werden.