Die Vorsitzende der Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Cornelia Lüddemann, kritisiert den fehlenden verbindlichen Hitzeschutz in Sachsen-Anhalt. Anlass ist die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zum Stand kommunaler Hitzeaktionspläne. Demnach verfügen nach Kenntnis der Landesregierung derzeit weder Landkreise noch kreisfreie Städte über einen beschlossenen Hitzeaktionsplan.
Angesichts erwarteter Temperaturen von bis zu 40 Grad und bestehender Hitzewarnungen für Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau sieht Lüddemann darin eine erhebliche Schutzlücke. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, Pflegebedürftige, Kinder, Kranke, Wohnungslose sowie Menschen, die im Freien arbeiten.
Die Grünen-Politikerin bemängelt, dass das Land bislang keine verbindlichen Mindeststandards, Berichtspflichten oder Vorgaben für besonders belastete Kommunen plant. Hitzeschutz dürfe nicht von freiwilligem Engagement oder den finanziellen Möglichkeiten einzelner Kommunen abhängen.
Lüddemann fordert verpflichtende Hitzeaktionspläne für alle Landkreise und kreisfreien Städte sowie eine stärkere Unterstützung durch das Land. Dazu gehörten funktionierende Warnketten, bekannte kühle Aufenthaltsorte, erreichbare Trinkwasserversorgung und Hilfsangebote für besonders gefährdete Gruppen.