Während die gesamtwirtschaftliche Lage Sachsen-Anhalts im Jahr 2024 leicht rückläufig war (preisbereinigt -0,9 %), stemmte sich ein Sektor mit bemerkenswerter Kraft gegen den Trend: die Gesundheitswirtschaft. Mit einem preisbereinigten Wachstum von 1,2 % lag sie zwar leicht unter dem Bundesdurchschnitt von +1,4 %, aber deutlich über der Landesgesamtentwicklung – ein Hoffnungsschimmer in wirtschaftlich trüben Zeiten.
Ein Siebtel der Landeswirtschaft entfällt auf Gesundheit
Die Bruttowertschöpfung der Gesundheitswirtschaft erreichte 2024 in Sachsen-Anhalt nominal 9,8 Milliarden Euro – ein Plus von 6,4 % im Vergleich zum Vorjahr. Damit macht der Bereich 13,6 % der gesamten Wirtschaftsleistung des Landes aus. Zum Vergleich: Bundesweit liegt dieser Anteil bei lediglich 10,9 %. Sachsen-Anhalt reiht sich somit in jene Länder ein, in denen Gesundheit nicht nur menschlich, sondern auch ökonomisch zu den tragenden Säulen zählt.
Mehr Beschäftigte trotz insgesamt rückläufiger Erwerbstätigkeit
Noch deutlicher fällt das Bild auf dem Arbeitsmarkt aus: Während die Zahl der Erwerbstätigen im Land insgesamt um 0,4 % sank, wuchs sie in der Gesundheitswirtschaft um 2,0 %. Damit gingen 2024 rund 151.400 Menschen in Sachsen-Anhalt einer Tätigkeit in diesem Sektor nach – das entspricht 2,4 % der Gesundheitsbeschäftigten bundesweit. Besonders das Gesundheits- und Sozialwesen trug maßgeblich dazu bei: Allein in diesem Bereich kamen binnen eines Jahres 2.100 neue sozialversicherungspflichtige Beschäftigte hinzu.
Im Ländervergleich – solide, aber nicht an der Spitze
Ein Blick auf die Bruttowertschöpfung im Vergleich der Länder zeigt: Mit 9,8 Mrd. Euro liegt Sachsen-Anhalt im unteren Mittelfeld, noch vor Thüringen (9,2 Mrd. Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (7,2 Mrd. Euro), aber weit hinter großen Ländern wie Bayern (67,8 Mrd. Euro) und Nordrhein-Westfalen (89,2 Mrd. Euro).
| Bundesland | BWS Gesundheitswirtschaft (Mrd. EUR) | Veränderung ggü. VJ (%) | Anteil an Landes-BWS (%) |
|---|---|---|---|
| Sachsen-Anhalt | 9,8 | +6,4 | 13,6 |
| Nordrhein-Westfalen | 89,2 | +7,2 | 21,0 |
| Bayern | 67,8 | +5,6 | 16,0 |
| Baden-Württemberg | 57,9 | +6,9 | 13,6 |
| Schleswig-Holstein | 15,5 | +8,4 | 3,6 |
| Thüringen | 9,2 | +4,5 | 2,2 |
| Gesamt Deutschland | 424,3 | +6,3 | 100 |
uch bei der Beschäftigung reiht sich Sachsen-Anhalt mit 151.400 Erwerbstätigen unter die kleineren Länder ein. Die größten Anteile vereinen Nordrhein-Westfalen (1,36 Mio.), Bayern (994.000) und Baden-Württemberg (843.000) auf sich.
| Bundesland | Erwerbstätige im Sektor (Tsd.) | Veränderung ggü. VJ (%) | Anteil an Bund (%) |
|---|---|---|---|
| Sachsen-Anhalt | 151,4 | +2,0 | 2,4 |
| Nordrhein-Westfalen | 1.358,2 | +2,3 | 21,7 |
| Bayern | 993,7 | +2,5 | 15,9 |
| Mecklenburg-Vorpommern | 121,2 | +2,1 | 1,9 |
| Gesamt Deutschland | 6.268,8 | +2,2 | 100 |
Gesundheit als Zukunftsmotor
Trotz der leicht unterdurchschnittlichen Wachstumsrate im Vergleich zum Bund zeigt die Entwicklung in Sachsen-Anhalt klar: Die Gesundheitswirtschaft ist einer der robustesten und krisenresistentesten Sektoren. Mit hoher Bedeutung für Wertschöpfung und Beschäftigung bleibt sie ein strategischer Schlüsselbereich – gerade in einem strukturschwachen Bundesland mit alternder Bevölkerung.
Obwohl Wellnessangebote oder alternative Heilmethoden in dieser Statistik nicht berücksichtigt wurden, zeigt sich bereits hier die wirtschaftliche Wucht jenes Bereichs, der sich um Gesundheit im engeren Sinn bemüht. Eine kluge Landespolitik, die Innovation im Gesundheitswesen mit regionaler Verankerung kombiniert, könnte Sachsen-Anhalts Position in den kommenden Jahren weiter stärken.