Sachsen-Anhalt hat 2023 erneut überdurchschnittlich hohe Gesundheitsausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung verzeichnet. Wie aus aktuellen Berechnungen der Arbeitsgruppe „Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder“ hervorgeht, beliefen sich die Ausgaben der Krankenkassen im Land auf insgesamt 8,4 Milliarden Euro. Pro Versicherten entsprach das 4.093 Euro – rund acht Prozent mehr als im Bundesdurchschnitt (3.786 Euro).
Den größten Ausgabenblock bildeten sogenannte Waren, zu denen etwa Arzneimittel, Zahnersatz oder orthopädische Hilfsmittel gehören. Dafür wurden 1.298 Euro je Versicherten ausgegeben, knapp ein Drittel des Gesamtbetrags. Weitere 1.229 Euro entfielen auf ärztliche Leistungen. Für pflegerische und therapeutische Leistungen zahlten die Kassen 938 Euro pro Versichertem – ein Wert, der deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegt.
Auch die Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung (174 Euro), Verwaltungsleistungen (181 Euro), Krankentransporte (157 Euro) sowie Prävention und Gesundheitsschutz (117 Euro) sind in den Daten enthalten.
Gegenüber 2022 stiegen die Pro-Kopf-Ausgaben in Sachsen-Anhalt um 177 Euro und damit stärker als im Bund (plus 156 Euro). Vor allem die Kosten für pflegerische und therapeutische Leistungen sowie für Waren trugen zum Anstieg bei.
Langfristig zeigt sich ein deutlicher Trend: Seit 2013 nahmen die Ausgaben pro Versicherten im Land um 41,7 Prozent zu – insgesamt um 1.204 Euro. Besonders stark wuchsen Ausgaben für Arznei- und Heilmittel (plus 396 Euro), pflegerische und therapeutische Leistungen (plus 330 Euro) sowie ärztliche Versorgung (plus 299 Euro).
Die Gesundheitsausgaben erfassen sämtliche Leistungen zur Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege sowie Verwaltungs- und Investitionskosten. Grundlage der Berechnungen sind ausschließlich Daten der gesetzlichen Krankenversicherung, dem größten Ausgabenträger im Gesundheitswesen.