Zum 50. Jahrestag der Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz findet vom 17. bis 23. August 2026 eine Gedenkwoche in Zeitz statt. Brüsewitz hatte sich am 18. August 1976 auf dem Zeitzer Marktplatz aus Protest gegen die SED-Diktatur selbst angezündet und starb vier Tage später an seinen schweren Verletzungen. Seine Tat sorgte international für Aufsehen; die SED versuchte anschließend, Brüsewitz als psychisch krank darzustellen.
Den Auftakt bildet am 18. August um 11.55 Uhr eine öffentliche Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung vor der Michaeliskirche. Anschließend findet dort ein Requiem statt. Um 16 Uhr wird im Brühl Cinema der Dokumentarfilm „Der Störenfried“ von 1992 gezeigt. Regisseur Thomas Frickel sowie weitere Zeitzeugen und Beteiligte sprechen anschließend über die Entstehung des Films und die historische Einordnung des Falls Brüsewitz.
Am 20. August um 18 Uhr geht es in der Nikolaikirche bei einer Podiumsdiskussion um die Frage „Protest! Wie weit gehen für die eigenen Ideale? Der Fall Brüsewitz heute“. Schülerinnen und Schüler des CJD-Gymnasiums Droyßig führen dazu ein Theaterstück auf.
Den Abschluss bildet am 23. August um 13 Uhr ein Gedenkgottesdienst in der Kirche Rippicha in Gutenborn-Droßdorf, wo Brüsewitz bis zu seinem Tod als Pfarrer tätig war. Die Predigt hält Regionalbischof Dr. Johann Schneider.
Die Gedenkwoche wird vom Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, der Stadt Zeitz und weiteren Partnern veranstaltet.
Quelle: Beauftragter des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, Pressemitteilung A027/2026 vom 11. August 2026