Vor der Synagoge in Halle, vor der ein in ein internationales
Netzwerk eingebundener faschistischer Einzeltäter vor zwei Tagen
eine junge Frau erschossen hatte, versammelten sich etwa 2000
Menschen, um ihre Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zu
bekunden, der die Attacke eigentlich galt. Viele junge Leute mit
Kerzen in den Händen trafen sich, OB Bernd Wiegand mit der
Stadtspitze war anwesend, ebenso verschiedene Fernsehsender. Es war
ein stilles und aufrichtiges Gedenken.
Neben mir stand eine junge Frau, die meinte leise, sie fände es
sehr schön, dass die Hallenser so viel Empathie mit den Opfern und
der jüdischen Gemeinde empfinde. Aber es wäre doch genauso wichtig,
über die Toten im Mittelmeer zu trauern, oder über die kurdische
Bevölkerung in Syrien, die gerade bombardiert und hingemetzelt
würde. Ich konnte ihr nicht widersprechen.
Gegen 19.30 Uhr wurde eine Lichterkette zum Döner-Laden in der LUWU
gebildet, jenem Ort, an dem ein zweiter Mensch erschossen wurde.
Kevin war offenbar ein begeisterter HFC-Fan, seine Freunde noch
immer fassungslos.
Schalom.
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