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Geburtenrückgang in Sachsen-Anhalt setzt sich fort: Deutlich mehr Sterbefälle als Neugeborene im Jahr 2024

Sachsen-Anhalt verzeichnet im Jahr 2024 erneut einen deutlichen Geburtenrückgang. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, wurden im vergangenen Jahr 12 526 Kinder lebend geboren – 1 024 weniger als im Vorjahr, was einem Rückgang von 7,6 Prozent entspricht. Damit setzt sich der ab 2017 beobachtete Negativtrend fort. Im Vergleich zu 2016 sind die Geburtenzahlen um 30,8 Prozent gesunken.

Demgegenüber wurden 2024 insgesamt 34 205 Sterbefälle beurkundet, was zwar einem Rückgang von 3,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, aber dennoch fast dreimal so viele Todesfälle wie Geburten bedeutet. Das demografische Ungleichgewicht bleibt damit bestehen.

Seit dem Geburtenhoch Mitte der 1990er Jahre erlebt Sachsen-Anhalt einen kontinuierlichen Rückgang der Geburtenzahlen. Die Sterbefallzahlen, die 2004 mit rund 29 000 Personen einen Tiefstand erreichten, stiegen bis 2021 auf über 37 000 an. Zwar sind sie seither wieder rückläufig, liegen aber weiterhin deutlich über der Zahl der Neugeborenen.

Konsequenzen ohne Zuwanderung

Ohne Zuwanderung würde sich der demografische Rückgang in Sachsen-Anhalt erheblich verstärken. Ein dauerhaft negativer Bevölkerungssaldo – also mehr Todesfälle als Geburten – führt mittelfristig zu einem Rückgang der Bevölkerungszahl. Dies hätte Auswirkungen auf zahlreiche gesellschaftliche Bereiche, etwa die Sicherung von Fachkräften, die Tragfähigkeit sozialer Sicherungssysteme oder die infrastrukturelle Planung in ländlichen Regionen.

Bereits heute ist Sachsen-Anhalt eines der Bundesländer mit dem höchsten Durchschnittsalter. Ohne den Zuzug jüngerer Menschen aus anderen Regionen Deutschlands oder dem Ausland würde sich diese Entwicklung weiter verschärfen.

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