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„Freiheit für Jungpflanzen!“ Solidaritätskundgebung vor dem Landgericht Halle angekündigt

Vor dem Landgericht Halle ist für Montag, 12. Januar 2026, eine Solidaritätskundgebung angekündigt. Anlass ist ein laufendes Verfahren gegen Angelika Saidi, Sprecherin des Deutschen Hanfverbands (DHV) Halle-Saalekreis. Unter dem Motto „Freispruch für Jungpflanzen!“ wollen Unterstützerinnen und Unterstützer zwischen 12 und 15 Uhr gegenüber dem Landgericht am Hansering auf den aus ihrer Sicht grundsätzlichen Charakter des Verfahrens aufmerksam machen.

Gegenstand des Prozesses ist das Verschenken von Hanf-Stecklingen im Rahmen einer politischen Aufklärungs- und Gedenkveranstaltung. Dabei geht es um die Frage, wie das geltende Konsumcannabisgesetz (KCanG) auszulegen ist. Dieses definiert Samen und Stecklinge ausdrücklich als Vermehrungsmaterial und nimmt sie vom allgemeinen Verbotssystem aus. Der Gesetzgeber hatte mit dieser Regelung eine Entkriminalisierung des Eigenanbaus beabsichtigt.

Nach Angaben des Deutschen Hanfverbands stand die umstrittene Aktion im Zusammenhang mit dem Gedenktag verstorbener Drogengebrauchender sowie mit Informationsangeboten zu Konsumsicherheit und Eigenanbau. Eine Förderung oder Bewerbung des Konsums habe nicht im Mittelpunkt gestanden. Die Organisatoren sehen in dem Strafverfahren daher einen Widerspruch zur neuen Rechtslage und zum politischen Willen des Gesetzgebers.

Parallel zur Verhandlung, die um 13 Uhr vor dem Landgericht beginnt, soll die Kundgebung stattfinden. Ziel sei es, öffentlich auf die Bedeutung einer verhältnismäßigen und gesetzeskonformen Anwendung der neuen Regelungen hinzuweisen. Nach Auffassung der Veranstalter betrifft der Ausgang des Verfahrens nicht nur die Angeklagte, sondern auch die Rechtssicherheit für Bürgerinnen und Bürger im Umgang mit dem reformierten Cannabisrecht.

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