Skip to content
HalleSpektrum.de – Onlinemagazin aus Halle (Saale) Logo

Forschungsgrabung bei Genthin untersucht Lagerlandschaft aus NS-Zeit

Nahe Genthin haben Archäologinnen und Archäologen Spuren eines ehemaligen Konzentrations-Außenlagers sowie weiterer Zwangsarbeitslager aus der Zeit des Nationalsozialismus untersucht. Das teilte das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt mit. Die Forschungsgrabung fand im März 2026 im Umfeld der früheren Silva-Metallwerke statt, wo während des Zweiten Weltkriegs Munition produziert wurde.

Nach Angaben des Landesamtes entstand rund um die Fabrik ab 1940 eine weitläufige Lagerlandschaft. Dort waren zeitweise mehrere tausend Menschen interniert, darunter vor allem Frauen. Sie mussten unter schweren Bedingungen Zwangsarbeit in der Munitionsproduktion leisten. Neben einem Außenlager des Konzentrationslagers Konzentrationslager Ravensbrück gab es auch Kriegsgefangenen- und Zwangsarbeitslager.

Im Rahmen der einwöchigen Grabung wurden an vier ehemaligen Barackenstandorten kleinere Untersuchungen durchgeführt. Dabei konnten Erkenntnisse über die Bauweise der Unterkünfte gewonnen werden. Zudem fanden die Forschenden zahlreiche Alltagsgegenstände wie Geschirr, Flaschen und persönliche Gegenstände. Diese geben Hinweise auf die Lebensbedingungen der dort untergebrachten Menschen.

An einem der untersuchten Standorte deuten die Funde darauf hin, dass dort möglicherweise Wachpersonal und nicht Gefangene untergebracht war.

Das Gelände wird seit Jahren gemeinsam mit dem Museum Jerichower Land sowie dem Förderverein Genthiner Stadtgeschichte erforscht und als Ort des Gedenkens gepflegt. Die Ergebnisse der aktuellen Untersuchungen sollen künftig vor Ort präsentiert werden.

Bild: Anschauungsbild zu Zwangsarbeitern im Dritten Reich, es handelt sich nicht um Zwangsarbeiter bei den Polte-Werken

Schreibe einen Kommentar