Am Freitag, den 19. Juni 2026, zeigt das Luchs-Kino am Zoo in Halle den Dokumentarfilm „Bärbel Bohley – Tagebuch einer Auflehnung“ (2026, 96 Minuten). Beginn ist um 18 Uhr in der Seebener Straße 172.
Der Film zeichnet das Leben der ostdeutschen Künstlerin und Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley nach, die zu einer der prägenden Figuren der DDR-Opposition wurde. Im Zentrum steht die kurze, aber politisch dichte Phase der Jahre 1988 bis 1989 – eine Zeit, in der sich staatliche Repression und gesellschaftlicher Umbruch verdichteten.
Bohley wurde 1988 als Oppositionelle in der DDR verhaftet und anschließend in den Westen ausgewiesen. In dieser Phase führte sie ein Tagebuch, das ihre Eindrücke aus Westdeutschland sowie Reisen nach England, Frankreich und Italien festhält. Nach rund sechs Monaten kehrte sie in die DDR zurück – ein außergewöhnlicher Vorgang, der ihre Rolle innerhalb der entstehenden Bürgerrechtsbewegung weiter verstärkte. Sie wurde Mitbegründerin des „Neuen Forums“ und gehörte zu den prägenden Stimmen der friedlichen Revolution 1989. 2010 verstarb sie.
Der Film folgt diesen Stationen und ergänzt sie durch Stimmen von Weggefährten, die von Erfahrungen mit Überwachung, Repression und Haftbedingungen berichten. Auch die Perspektive auf die Ausbürgerung Bohleys wird aufgegriffen und in einen größeren zeitgeschichtlichen Zusammenhang gestellt.
Im Anschluss an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit den Regisseuren Fosco Dubini und Barbara Marx sowie Heidi Bohley, ihrer Schwägerin und engen Freundin, statt.
Tickets sind erhältlich unter:
https://www.luchskino.de/de/programm/1560275
Bild: (c) Real fiction