Das Festival OSTEN Festival 2026 beschäftigt sich in diesem Jahr mit den Folgen des industriellen Wandels in der Region Bitterfeld-Wolfen. Unter dem Titel „Kraftwerk – Zukunft“ soll das Festival im September an zwei Orten stattfinden, die eng mit der Industrie- und Energiegeschichte Mitteldeutschlands verbunden sind: dem ehemaligen Kraftwerk Zschornewitz sowie dem Stadtteil Wolfen-Nord.
Das Kraftwerk Zschornewitz galt einst als erstes Großkraftwerk Deutschlands und zeitweise als größtes Braunkohlekraftwerk der Welt. Nach der Stilllegung 1992 wurde ein Großteil der Anlage zurückgebaut. Erhaltene Gebäudeteile stehen heute unter Denkmalschutz.
Auch Wolfen-Nord steht beispielhaft für die tiefgreifenden Veränderungen nach dem Ende der DDR-Industrie. Während zu Zeiten der chemischen Großindustrie noch rund 35.000 Menschen dort lebten, hat der Stadtteil heute nur noch etwa 5.000 Einwohner.
Das Festival will diese Orte zum Ausgangspunkt für Diskussionen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Region machen. Geplant sind Theateraufführungen, Performances, Gespräche, Ausflüge und weitere Veranstaltungsformate. Thematisch geht es um Energieerzeugung, Strukturwandel, industrielle Geschichte und gesellschaftliche Zukunftsfragen.
Mit der Eröffnung des Festivals am 12. September in Zschornewitz soll zugleich ein neuer Ort für öffentliche Debatten entstehen. Der Verein Forum Rathenau e.V. will das ehemalige Kraftwerk dauerhaft zugänglich machen und dort künftig Bildungs- und Veranstaltungsangebote etablieren. Nach Angaben des Vereins sollen Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur und Politik zusammengebracht werden, um gemeinsam an Zukunftsfragen der Region zu arbeiten.
Das vollständige Programm des Festivals soll am 17. Juni vorgestellt werden.