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Fehlender Schwung am Arbeitsmarkt in Sachsen-Anhalt

Arbeitslosenquote im Mai bei 7,9 Prozent – weniger neue Stellen gemeldet – Fachkräftebedarf bleibt hoch

Sachsen-Anhalts Arbeitsmarkt hat im Mai 2025 keine nennenswerten Impulse erhalten. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vergleich zum Vormonat leicht um 400 Personen auf 88.000, ein Rückgang um 0,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag bei 7,9 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte höher als im Mai 2024. Vor einem Jahr waren 82.600 Menschen im Land arbeitslos gemeldet.

Im Bereich der Langzeitarbeitslosigkeit ist weiterhin eine Zunahme zu verzeichnen. 33.600 Frauen und Männer galten im Mai als länger als ein Jahr ohne Arbeit, rund 100 mehr als im April und 1.400 mehr als im Vorjahresmonat. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen liegt derzeit bei 38,2 Prozent – etwas niedriger als vor einem Jahr (38,9 Prozent).

Insgesamt waren im Mai 5.900 arbeitslose Menschen mit ukrainischer Herkunft registriert – 600 mehr als im Mai 2024. Zugleich wurden bei den Arbeitsagenturen rund 18.700 offene Stellen gelistet.

Nach Einschätzung von Markus Behrens, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit, zeigt sich die Lage gespalten: „Die Arbeitslosigkeit sank im Mai. Bei der Betrachtung der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit stieg die Anzahl der Arbeitslosen jedoch sogar um 1.300 Personen.“ Der Fachkräftebedarf sei weiterhin hoch, die Vakanzzeit – also die Zeit bis zur Besetzung einer Stelle – habe sich im Durchschnitt auf 162 Tage verlängert. Besonders lang dauere die Besetzung von Stellen in den Bereichen Klempnerei, Sanitär, Heizung und Klimatechnik – hier betrug die Vakanzzeit zuletzt fast 370 Tage.

Die Zahl der neuen Stellenmeldungen ist hingegen rückläufig. Im Mai wurden 2.900 neue Stellen von Arbeitgebern gemeldet – 800 weniger als im April und 400 weniger als im Mai des Vorjahres. Knapp 20 Prozent der gemeldeten Stellen entfielen auf wirtschaftliche Dienstleistungen inklusive Zeitarbeit, jeweils rund 12 Prozent auf freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen sowie die öffentliche Verwaltung. Das verarbeitende Gewerbe machte 10,6 Prozent der neuen Stellenmeldungen aus.

Gleichzeitig stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Sachsen-Anhalt. Nach vorläufiger Hochrechnung waren im März 2025 rund 790.300 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gegenüber dem Vormonat war dies ein Plus von 1.100 Personen, im Vergleich zum Vorjahresmonat jedoch ein Rückgang um 5.300.

Bei der Betrachtung von Bewegungen am Arbeitsmarkt zeigt sich: Im Mai meldeten sich rund 4.900 Personen aus einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung arbeitslos – 100 weniger als im April und 600 weniger als im Mai 2024. Die meisten dieser Zugänge kamen aus den Bereichen wirtschaftliche Dienstleistungen (800), Handel/Instandhaltung/Reparatur von Kraftfahrzeugen und verarbeitendes Gewerbe (jeweils 700) sowie Arbeitnehmerüberlassung und Gesundheitswesen (jeweils 500). Gleichzeitig fanden rund 4.500 Arbeitslose eine neue Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt – 800 weniger als im April, aber etwa 200 mehr als im Vorjahresmonat.

Die Unterbeschäftigung, die neben den offiziell Arbeitslosen auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen oder mit Sonderstatus umfasst, lag im Mai bei 111.300 Personen – 1.100 weniger als im Vormonat und 600 weniger als im Vorjahr. Die Unterbeschäftigungsquote betrug 9,8 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte weniger als im Mai 2024.

Die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten in der Grundsicherung ging ebenfalls zurück. Im Mai 2025 betreuten die Jobcenter etwa 122.200 Personen, 900 weniger als im April und 5.500 weniger als ein Jahr zuvor. Rund 13.600 dieser Leistungsberechtigten kamen aus der Ukraine – ein Rückgang um 500 Personen im Jahresvergleich.

Auch im Bereich der Kurzarbeit wurden rückläufige Zahlen registriert. Die Arbeitsagenturen verzeichneten im Mai 30 Anzeigen für Kurzarbeit mit rund 800 betroffenen Beschäftigten – im April waren es noch 60 Anzeigen für etwa 1.200 Personen. Besonders betroffen war die Bauvorbereitung mit 10 Anzeigen für 50 Beschäftigte. Nach ersten Hochrechnungen waren im Februar 2025 rund 3.600 Beschäftigte in etwa 200 Betrieben tatsächlich in Kurzarbeit – das entspricht einem Anteil von 0,5 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Auf dem Ausbildungsmarkt meldeten sich zwischen Oktober 2024 und Mai 2025 rund 7.900 junge Menschen bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern als Bewerberinnen und Bewerber für eine Ausbildungsstelle. Im Mai hatten davon noch 3.900 keinen Ausbildungsplatz oder eine alternative Perspektive gefunden. Dem gegenüber standen 9.800 gemeldete betriebliche Ausbildungsstellen – 500 weniger als im Vorjahr – von denen 5.400 noch unbesetzt waren.

Der Stichtag für alle Daten war der 13. Mai 2025.

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